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Außergewöhnliche Funde Die Piri Reis Karten, die Maschine von Antikythera oder die Goldflieger aus Südamerika - letzte Zeugen einer uralten Hochzivilisation?

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Alt 25.08.2008, 17:58   #1
Calligula
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Beiträge: n/a
Frage Elektriziät in China?

Ich habe gestern auf dem History Channel eine Doku über chinesische Waffentechnologie gesehen und dabei hieß es, dass die chinesen um das Jahr 0 herum verchromte Schwerter hatten. Dafür gab es 3 Erklärungen:
1. Man schmierte die Schwerter mit einer stark chromhaltigen Substanz ein (lässt sich nicht nachweisen)
2. Man erhitzt das Schwert in einer Chromlösung (dafür sind keinerlei gerätschaften entdeckt worden)
3. Man macht es, wie heute, mit Strom (das kann natürlich nicht sein)

oder doch? Wenn es für keine der 3 Möglichkeiten Beweise gibt, warum kann es dann nicht Strom sein, schließlich hatten die Ägypter ihn ja schon früher.

Deswegen wollte ich mal wissen, ob es irgendwelche Hinweise auf frühe Elektrizität in China gab.
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Alt 25.08.2008, 18:23   #2
Acolina
Hausdrachen
 
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Registriert seit: 15.01.2002
Ort: just the other side of nowhere
Beiträge: 11.215
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Die Ägypter hatten Strom? Wie kommst du darauf?

Hast du schon Franks Seite dazu gelesen?
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 25.08.2008, 21:19   #3
Sir Lazarus
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Beiträge: 438
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Zitat:
Zitat von Calligula Beitrag anzeigen

oder doch? Wenn es für keine der 3 Möglichkeiten Beweise gibt, warum kann es dann nicht Strom sein, schließlich hatten die Ägypter ihn ja schon früher.
.
Weil man gar nicht soweit ausholen muss: Zitat:
"...Archäologe Zhang Wenli vom Museum der Terrakotta-Armee Xi'an über eines der Bronzeschwerter, die in der Grube der Terrakotta-Armee gefunden wurden:
"Sensationell ist, dass es über 2000 Jahre unter der Erde lag und trotzdem keinerlei Verfallsspuren aufweist. Unsere Analyse ergab, dass die Oberfläche mit einem Oxyd aus Chrom und Salz versiegelt wurde. Man kann es daher heute noch benutzen, es ist immer noch glatt und scharf...."
Quelle: Link



Chemisches Verchromen ist ein sehr aufwändiger und technisch schwieriger Vorgang. Besonders, wenn man glänzende Oberflächen haben will.

[Spekulationsmodus]
Abgesehen davon, Bronze ist an sich schon ziemlich haltbar. Vielleicht haben die Chinesen die Oberfläche mit Chromeisenstein, Soda und Kohle eingerieben und erhitzt. Ich könnte mir unter diesen Umständen vorstellen, dass man so eine chromhaltige Oberflächenvergütung erhalten kann. Natürlich nicht glänzend, aber soviel, dass die Korrosion stark gebremst wird. Man kann mit solchen Methoden Metalloxide bis zum Metall reduzieren
[/Spekulationsmodus]
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"..Forget any ideas you’ve got about lost cities, exotic travel, and digging up the world. We do not follow maps to buried treasures and “X” never, ever, marks the spot! [Dr. Henry "Indiana" Jones Junior]
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Alt 28.08.2008, 14:19   #4
Basilios
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Beiträge: 321
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Ganz einfache Antwort: Es gab keinen Chromüberzug auf antiken chinesischen Schwertern. Das ist ein Mythos, ähnlich der "tausendfach gefaltet"-Story über japanische Schwerter. Was es gab, war beispielsweise ein dünner Zinnüberzug oder ein Anteil an Silizium, der u.U. auch eine silberne Oberfläche bildet, die dann oft mit Chrom verwechselt wird. Nach dem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, gab es eine einzige Untersuchung in den 70er-Jahren, bei der Chrom an antiken Bronzeschwertern festgestellt wurde. Auf diese Untersuchung berufen sich fast alle nachfolgenden Publikationen. Nur: der Anteil an Chrom war so minimal, dass man schon damals von einem Zufallsprodukt ausging. Um die Schwerter irgendwie vor Korrosion zu schützen, war dieser Chromanteil - der sich keineswegs mit reinem, modernen Chrom vergleichen lässt - viel zu gering.

Richard Nable, einer der bedeutendsten Sammler chinesischer Bronzewaffen, hat einmal gesagt, dass ihm von all den tausenden chinesischen Schwertern, die er untersucht hat, nie eines mit Chromüberzug in die Finger gelangt ist.

Übrigens sind die meisten Schwerter aus Xi'an miserabel erhalten; die gute Erhaltung ist also ein reiner Glücksfall.
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Alt 29.08.2008, 00:42   #5
Llewellian
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Beiträge: 4.313
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Ausserdem heisst ja ein "Chromfund" bei der chemischen Untersuchung von Metallgegenständen nicht, das es sich auf der Oberfläche befindet. Vorallem, da Chromit-Kristallverbindungen schon im Altertum bei der Glasur eingesetzt wurde... und Chromeisenstein (in Asien sehr häufig 3:1 Eisen/Chrom Begleiterz), eine ChromMagnesiumEisenverbindung.... etc, etc.

Wenn man bei Ausgrabungen Bauxit-Schlacken und Aluminium-Schmelzreste finden würde... DANN wäre ich mal erstaunt...
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Alt 29.08.2008, 01:24   #6
Sir Lazarus
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Beiträge: 438
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Nachdem ich hier , hier und hier mal ein wenig geschaut hatte zeigt sich für mich folgendes Bild:
[Zitat: In der Qin-Zeit kannte man schon die Eisenverhüttung, aber alle Waffenspitzen hier sind aus Bronze hergestellt. Neben Kupfer und Zinn enthält dieses legierte Metall noch ganz wenig Eisen, Blei, Aluminium, Niob, Vanadium, Mangan, Chrom, Kobalt, Zink und Nickel, deshalb ist es sehr hart.
.../Zitat]Quelle
Mit anderen Worten, eine beachtenswerte Leistung chinesischer Metallurgen, aber keine "unerklärliche" Leistung.

Urheber der Chrom-Bronzeschwert Geschichte ist wohl Luc Bürgin, der sich mit seinen pseudoarchäologischen Ergüssen seine eigene Interpretation der Geschichte zusammen reimt.
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