:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Politik & Wirtschaft > Politik & Zeitgeschehen

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 10.01.2016, 04:32   #11
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Torsten Migge
 
Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.136
Standard

Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Wann hast Du zum letzten mal des ND in der Hand gehabt?
Bis vor zwei Tagen hatte ich gar nicht gewusst, dass es das noch gibt

Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
In der Redaktion ist neues, junges Personal, das nicht aus der DDR stammt.
Und wieviele von den alten Säcken, die das DDR-Volk verblöden wollten, sind noch dabei?

Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Das ND ist eine der letzten Bastionen des linken Journalismus, nachdem ein Flaggschiff, wie die Frankfurter Rundschau von der SPD versenkt wurde und der Rechtspopulismus um sich greift.
Die Rundschau gibt es doch noch, jedenfalls online. Ob es noch 'ne Printausgabe gibt, weiss ich gar nicht - ich lese, bis auf das Rolling Stone Magazin, seit Jahren keine Printmedien mehr.
__________________
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"
Frank Zappa
Torsten Migge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 04:56   #12
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Torsten Migge
 
Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.136
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
  1. Muss man eine passende Vergleichsgruppe wählen. Angeblich gäbe es unter den Flüchtlingen viele junge Männer. Diese sind aber, unabhängig von Nationalität, etwas Krimineller als andere. Eine Gruppe, die verhältnismäßig viele junge Männer umfasst, ist sicher Krimineller als die durchschnittliche Bevölkerung.
  2. Sind die Lebensumstände der Flüchtlinge nicht gerade beruhigend. Wahrscheinlich werden alle Menschen, die man so behandelt, aggressiv werden. Daraus folgen Schlägereien und willkürliche Gewalt. Eine Vergleichsgruppe ist da in der Bevölkerung schwer zu finden, denn die Autochtonen bringt man nicht Winters zu 30 Mann hoch in ein kaum beheiztes Zelt auf einer Wiese und gibt ihnen jeden Tag Essen aus einer Gulaschkanone. Mit Hygienehandschuhen.
Meines Wissens sind keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht, in Hessen garantiert nicht.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Abseits der Frage, wie man die Frage, ob Flüchtlinge nun (in den Heimen oder außerhalb) krimineller sind als eine vergleichbare Gruppe anderer Leute, korrekt beantwortet, kommt jetzt noch dazu, dass "Flüchtling" eine äußere Eigenschaft ist. Selbst wenn Flüchtlinge jetzt deutlich krimineller wären als die autochtone Bevölkerung, könnte man auf dieser Grundlage nicht das Recht auf Asyl einschränken. Die Frage, ob jemand Eremit ist oder Mafiosi, darf keine Rolle spielen bei der Frage, ob man ihm die Möglichkeit gibt, in Frieden weiterzuleben.
Das Recht auf Asyl braucht man da gar nicht einschränken, es würde reichen, wenn man genau kontrolliert, wer da einreist, mit welchen Intensionen etc. Unter Umständen liesse sich so die Einreise krimineller Banden, die nur zu dem Zweck kommen, Straftaten zu begehen, verhindern.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Dazu kommt noch, dass auch dann noch weiterhin die Unschuldsvermutung gelten muss. Was würdest Du anders machen als bisher, würde sich herausstellen, dass man da tatsächlich die syrische Sektion der "Hells Angels" 500 m vom Ortsrand Olpe einquartiert hat?
Schlechtes oder unglücklich gewähltes Beispiel - jedenfalls für mich persönlich

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Diesen öffentlich zu verbreiten, ist dann übrigens Rassismus, bzw. allgemeiner: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Warum auch? "Ehrenmord" ist kein Rechtsbegriff. Das Wort transportiert die Vorstellung, dass unter Flüchtlingen aus dem nahen Osten die Ermordung von Familienmitgliedern aus "Ehrgefühl" heraus als gängiges Mittel der Kommunikation gilt. Oder so etwas. Das ist erst einmal absurd, zweitens ist geläufig, dass "Ehrenmord" in Deutschland mitunter "Familiendrama" heißt, drittens halte ich es für eine Frechheit, jemandem auf diese Art und Weise Barbarei zu unterstellen. Mord gilt diesen Menschen nicht als legitimes oder legales Mittel, Vorstellungen dieser Art durchzusetzen.

Witzigerweise ist die Vorstellung von einer "Ehre", von einem persönlichen Wertgefühl, das jeder einzelne tragen könnte, und dass diese Ehre sehr schnell in Frage steht, anscheinend gerade unter Rechten verbreitet. z.B. wird die eigene Nationalität mit diesem Ehrgefühl verknüpft.

Das ist eine Vorstellung, die mir in dieser Form fremd ist. Meine Wertschätzung meiner selbst, oder meine Wertschätzung des Staates scheint nicht verbunden zu sein mit der Frage, ob jemand anderes diese bereit ist, zu bestätigen. Ich habe einen Wert, der unabhängig davon ist, ob Leute mich z.B. beschimpfen. Dasselbe gilt für den Staat und seine Beamten.

Einem Flüchtling oder Ausländer zu unterstellen, er habe ein Gefühl von "Ehre", deren Verletzung sich mitunter in Mord äußere, weckt bei mir Anklänge an einen Vorfall hier in Marburg vor gut einem Jahr, bei dem ein Streit über solche "Werte" ein Todesopfer gefordert hat. Der Streit ging von der Frage aus, ob man sich im Habitus des jeweils anderen öffentlich zeigen dürfe. Da muss man auch "gleiches Recht für alle" ansetzen. Wenn sich ein Burschi im wahrsten Sinne des Wortes tödlich beleidigt fühlen darf, weil man seine Kleiderauswahl in Frage gestellt hatte, müsste doch beispielswiese die Frage, ob meinetwegen die eigene Tochter ohne Genehmigung Sex hatte, noch deutlicher dieses Ehrgefühl in Frage stellen und mithin zu ebenso deutlichen Reaktionen verleiten dürfen.

Eine Vorstellung zu entwickeln davon, dass irgendein Mensch so eine "Ehre" hätte, die beim geringsten Anlaß als Vorwand oder Ausrede verwendet werden kann, Gewalttaten zu rechtfertigen, scheint mir selber schon anstößig. Zuerst einmal scheint diese Vorstellung im Zentrum von Szenarien von Kontrollverlust zu stehen. Und dann handelt es sich ja deutlich um eine Ideologie. Was wäre meine "Ehre" ausser ein Konstrukt meiner Umgebung?

http://www.zeit.de/campus/2015/01/ge...-kriminalitaet
Ich hatte in einem anderen Thread schon mal angemerkt, dass ich Deine Interpretation von Ehrenmorde als Familiendrama verniedlichend finde, da das den Opfern nicht gerecht wird. Das findet sich auch hin und wieder in Gerichtsurteilen wieder, in dem dann die besondere Schwere der Schuld hervor gehoben wird.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Torsten Migge
Und ob die Kriminalität explizit durch Flüchtlinge/Asylsuchende steigt oder nicht, sehen wir an den jüngsten Ereignissen in Köln, Hamburg und anderen Orten.
Nein, gerade das sehen wir da nicht. Vom Ausmaß her ist das - Achtung! - ein schlechter Witz. In Deutschland fliehen jedes Jahr 40.000 Frauen in "Frauenhäuser". Knapp jede zweite Frau gibt an, sie sei schon einmal "sexuell belästigt" worden. In meinem Bekanntenkreis kann ich mich an wenigstens eine Hand voll Schilderungen solcher Vorfälle erinnern.

Die "ganz normale" sexualisierte Gewalt gegen Frauen auszublenden, um darzustellen, dass Flüchtlinge da erstens anders seien als Autochtone und dass das zweitens ein unerwartetes Problem ganz besonderer Priorität darstellt, ist nicht besonders aufrichtig.
Aua, vorsichtig, basti! Mit solcher Argumentation schiesst Du Dir nur ein Eigentor. Das klingt nämlich sehr nach unserem peinlichsten Politclown, Dumpfbacke Claudia Roth, die da meinte, dass dies kein Problem von ‪‎Flüchtlingen‬ und Migranten sei, sondern ein allgemeines Männerproblem.

Das ist aber eine absolute Verallgemeinerung und vor allem eine Relativierung, die ihr, also Frau Roth, basti, Lupo, im Umkehrschluss nie und nimmer akzeptieren würdet! Wenn nämlich bspw. ein brauner Mob von Rechtsradikalen muslimische Frauen sexuell belästigen, begrapschten, den Slip vom Leib reissen, vergewaltigen und beklauen würde. Da würde ein riesen Aufschrei nicht nur durch Deutschland gehen. Käme dann jemand mit solch relativierender Argumentation, würde er augenblicklich niedergebrüllt und in der Luft zerrissen werden (Sinnbildlich).

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Torsten Migge
Auch das sollte möglicher Weise totgeschwiegen, oder unter den Teppich gekehrt werden, denn es dauerte 5 Tage bis - nach dem die sozialen Netzwerke darüber, sozusagen, heiss gelaufen waren - die Leitmedien und die Polkitik reagierten.
Wann wird denn etwas "totgeschwiegen"? Nach welcher Zeit müssen Journalisten über einen Vorfall berichten? Und was soll uns das sagen?
Es war nur ein Vermutung, da die grossen Leitmedien, sowohl als auch die Politik, 5 Tage brauchte, um zu reagieren - und zwar (= subjektive Wahrnehmung), nachdem die sozialen Netzwerken voll mit diesen Vorfällen waren und sich das nicht mehr unter den Teppich kehren liess.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.
Den begründbaren Sachbezug suche ich derzeit meistens vergebens.
Der begründbare Sachbezug ist m.M.n. gegeben, siehe oben zur relativierenden Argumentation...


Saludos!
__________________
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"
Frank Zappa
Torsten Migge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 19:08   #13
HaraldL
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.111
Standard

Siehe auch http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=5971
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 21:40   #14
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.678
Standard

Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Meines Wissens sind keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht, in Hessen garantiert nicht.
Hm, soweit ich weiß, sind noch nicht alle Camps umgebaut, ist aber egal, da man auch so eine Vergleichsgruppe nur schwer finden wird.

Zitat:
Das Recht auf Asyl braucht man da gar nicht einschränken, es würde reichen, wenn man genau kontrolliert, wer da einreist, mit welchen Intensionen etc.
Wie soll man denn eine Intention feststellen?

Zitat:
Unter Umständen liesse sich so die Einreise krimineller Banden, die nur zu dem Zweck kommen, Straftaten zu begehen, verhindern.
Nur unter der Annahme, dass feststellen kann, was die Einreisenden wollen. Das kann man aber meiner Meinung nach nicht.

Zitat:
Ich hatte in einem anderen Thread schon mal angemerkt, dass ich Deine Interpretation von Ehrenmorde als Familiendrama verniedlichend finde, da das den Opfern nicht gerecht wird.
In der Tat ist "Familiendrama" eine euphemistische Umschreibung für solche Ereignisse. Den Kontrast stelle ich bewußt her, um zu zeigen, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn ein autochtoner Vater seine Kinder ermordet, ist das nicht besser oder schlechter, als wenn ein Asylant das tut.

Zitat:
Das findet sich auch hin und wieder in Gerichtsurteilen wieder, in dem dann die besondere Schwere der Schuld hervor gehoben wird.
Und, was ist das für ein Argument? Nur weil jemand anderes genauso denkt wie Du, heißt das nicht, dass er richtig denkt.

Zitat:
Aua, vorsichtig, basti! Mit solcher Argumentation schiesst Du Dir nur ein Eigentor. Das klingt nämlich sehr nach unserem peinlichsten Politclown, Dumpfbacke Claudia Roth, die da meinte, dass dies kein Problem von ‪‎Flüchtlingen‬ und Migranten sei, sondern ein allgemeines Männerproblem.
Das ist ein persönlicher Angriff. Lass das bitte. Wie kommst du zu der Ansicht, dass Flüchtlinge besonders häufig "sexuelle Nötigungen" begehen? Und warum soll man nicht dabei darstellen, dass es da ohnehin ein Problem gibt, dem die Behörden seit Jahrzehnten nicht Herr zu werden scheinen?

Zitat:
Das ist aber eine absolute Verallgemeinerung und vor allem eine Relativierung, die ihr, also Frau Roth, basti, Lupo, im Umkehrschluss nie und nimmer akzeptieren würdet! Wenn nämlich bspw. ein brauner Mob von Rechtsradikalen muslimische Frauen sexuell belästigen, begrapschten, den Slip vom Leib reissen, vergewaltigen und beklauen würde. Da würde ein riesen Aufschrei nicht nur durch Deutschland gehen.
Das ist eine Unterstellung. Außerdem gibt es keine Gleichheit im Unrecht. Die Nationalität oder Ethnie der Täter sollte auch in dieser Situation keine Rolle spielen. Allerdings kann man darüber reden, ob Richtlinie 12.1 des Pressekodex gerade dann die Nennung der Nationalität erlaubt.

Da die Geschichte von der Neujahrsnacht von Köln verständlich bleibt, wenn man die Nationalitäten entfernt, kann man das Argument nicht einfach umdrehen. Die Geschichte, die Du erzählst, würde ja eine gezielte Auswahl muslimischer Frauen voraussetzen. Und gerade die würde den Rassismus darstellen.

Bitte erwähne meinen Namen nicht mehr im Zusammenhang mit dem von Frau Roth.

Zitat:
Käme dann jemand mit solch relativierender Argumentation, würde er augenblicklich niedergebrüllt und in der Luft zerrissen werden (Sinnbildlich).
Was wird denn da relativiert? Und wer behauptet, das sei verkehrt?

Zitat:
Der begründbare Sachbezug ist m.M.n. gegeben, siehe oben zur relativierenden Argumentation...
"für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug" - den Vorgang kann man verstehen, ohne, dass man über die Nationalität oder den Aufenthaltsstatus der Täter Bescheid weiß. Das wäre z.B. dann nicht der Fall, wenn jemand zu einem bestimmten Datum ein Feuer im Wald macht, um der Toten zu gedenken, was in seiner Heimat Sitte ist, hier aber nicht.

Die Begründung fällt bei Dir also sehr schmal aus. Es scheint Dir schon auszureichen, dass der Täter Ausländer ist, damit das "für das Verständnis des berichteten Vorgangs einen begründbaren Sachbezug" darstellt. Das kann aber nicht die Bedeutung der Regel sein, denn dann kann sie nicht zur Anwendung kommen. Im übrigen ist es ein Ad-Hoc-Argument.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.01.2016, 21:51   #15
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.678
Standard

Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Meines Wissens sind keine Flüchtlinge mehr in Zelten untergebracht, in Hessen garantiert nicht.
Hm, soweit ich weiß, sind noch nicht alle Camps umgebaut, ist aber egal, da man auch so eine Vergleichsgruppe nur schwer finden wird.

Zitat:
Das Recht auf Asyl braucht man da gar nicht einschränken, es würde reichen, wenn man genau kontrolliert, wer da einreist, mit welchen Intensionen etc.
Wie soll man denn eine Intention feststellen?

Zitat:
Unter Umständen liesse sich so die Einreise krimineller Banden, die nur zu dem Zweck kommen, Straftaten zu begehen, verhindern.
Nur unter der Annahme, dass feststellen kann, was die Einreisenden wollen. Das kann man aber meiner Meinung nach nicht.

Zitat:
Ich hatte in einem anderen Thread schon mal angemerkt, dass ich Deine Interpretation von Ehrenmorde als Familiendrama verniedlichend finde, da das den Opfern nicht gerecht wird.
In der Tat ist "Familiendrama" eine euphemistische Umschreibung für solche Ereignisse. Den Kontrast stelle ich bewußt her, um zu zeigen, wie hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn ein autochtoner Vater seine Kinder ermordet, ist das nicht besser oder schlechter, als wenn ein Asylant das tut.

Zitat:
Das findet sich auch hin und wieder in Gerichtsurteilen wieder, in dem dann die besondere Schwere der Schuld hervor gehoben wird.
Und, was ist das für ein Argument? Nur weil jemand anderes genauso denkt wie Du, heißt das nicht, dass er richtig denkt.

Zitat:
Aua, vorsichtig, basti! Mit solcher Argumentation schiesst Du Dir nur ein Eigentor. Das klingt nämlich sehr nach unserem peinlichsten Politclown, Dumpfbacke Claudia Roth, die da meinte, dass dies kein Problem von ‪‎Flüchtlingen‬ und Migranten sei, sondern ein allgemeines Männerproblem.
Das ist ein persönlicher Angriff. Lass das bitte. Wie kommst du zu der Ansicht, dass Flüchtlinge besonders häufig "sexuelle Nötigungen" begehen? Und warum soll man nicht dabei darstellen, dass es da ohnehin ein Problem gibt, dem die Behörden seit Jahrzehnten nicht Herr zu werden scheinen?

Zitat:
Das ist aber eine absolute Verallgemeinerung und vor allem eine Relativierung, die ihr, also Frau Roth, basti, Lupo, im Umkehrschluss nie und nimmer akzeptieren würdet! Wenn nämlich bspw. ein brauner Mob von Rechtsradikalen muslimische Frauen sexuell belästigen, begrapschten, den Slip vom Leib reissen, vergewaltigen und beklauen würde. Da würde ein riesen Aufschrei nicht nur durch Deutschland gehen.
Das ist eine Unterstellung. Außerdem gibt es keine Gleichheit im Unrecht. Die Nationalität oder Ethnie der Täter sollte auch in dieser Situation keine Rolle spielen. Allerdings kann man darüber reden, ob Richtlinie 12.1 des Pressekodex gerade dann die Nennung der Nationalität erlaubt.

Da die Geschichte von der Neujahrsnacht von Köln verständlich bleibt, wenn man die Nationalitäten entfernt, kann man das Argument nicht einfach umdrehen. Die Geschichte, die Du erzählst, würde ja eine gezielte Auswahl muslimischer Frauen voraussetzen. Und gerade die würde den Rassismus darstellen.

Bitte erwähne meinen Namen nicht mehr im Zusammenhang mit dem von Frau Roth.

Zitat:
Käme dann jemand mit solch relativierender Argumentation, würde er augenblicklich niedergebrüllt und in der Luft zerrissen werden (Sinnbildlich).
Was wird denn da relativiert? Und wer behauptet, das sei verkehrt?

Zitat:
Der begründbare Sachbezug ist m.M.n. gegeben, siehe oben zur relativierenden Argumentation...
"für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug" - den Vorgang kann man verstehen, ohne, dass man über die Nationalität oder den Aufenthaltsstatus der Täter Bescheid weiß. Das wäre z.B. dann nicht der Fall, wenn jemand zu einem bestimmten Datum ein Feuer im Wald macht, um der Toten zu gedenken, was in seiner Heimat Sitte ist, hier aber nicht.

Die Begründung fällt bei Dir also sehr schmal aus. Es scheint Dir schon auszureichen, dass der Täter Ausländer ist, damit das "für das Verständnis des berichteten Vorgangs einen begründbaren Sachbezug" darstellt. Das kann aber nicht die Bedeutung der Regel sein, denn dann kann sie nicht zur Anwendung kommen. Im übrigen ist es ein Ad-Hoc-Argument.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 05:31   #16
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Torsten Migge
 
Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.136
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Nur unter der Annahme, dass feststellen kann, was die Einreisenden wollen. Das kann man aber meiner Meinung nach nicht.
In einigen Fällen kann man das bestimmt feststellen, wenn man nur will, nicht in jedem Fall, das ist klar.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Wenn ein autochtoner Vater seine Kinder ermordet, ist das nicht besser oder schlechter, als wenn ein Asylant das tut.
Naja, wenn jemand sein Kind in einer ausweglosen Situation umbringt, ist der Hintergrund ein anderer, als wenn jemand sein Kind umbringt, weil ihm sein Lebensstil nicht gefällt. Da prallen nämlich unterschiedliche Kulturen aufeinander. Das ist ja das Problem bei Ehrenmorde hier in Europa. Und der Bürger auf der Strasse hat ein Recht darauf, das zu erfahren, schliesslich werden Gerichtsurteile "im Namen des Volkes" gesprochen.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Und, was ist das für ein Argument? Nur weil jemand anderes genauso denkt wie Du, heißt das nicht, dass er richtig denkt.
Verstehe nicht, was du meint. Wenn ein Richter im Urteilsspruch die besondere Schwere der Schuld hervorhebt, da es sich um Ehrenmord handelt, was ist daran falsch?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das ist ein persönlicher Angriff. Lass das bitte.
Wo siehst Du da einen persönlichen Angriff? Und hast Du nicht in einer anderen Diskussion ähnliche Hinweise gegeben (ich hätte mir da oder da selber ein Bein gestellt)?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Wie kommst du zu der Ansicht, dass Flüchtlinge besonders häufig "sexuelle Nötigungen" begehen?
Weil der kulturelle Hintergrund nicht von der Hand zu weisen ist. In Köln hat sich das wiederholt, was in Kairo auf dem Tahrir-Platz passierte. In archaischen Kulturen gelten Frauen nicht als gleichwertig, schon gar nicht, wenn sie Nachts allein, ohne männliche Begleitung unterwegs sind. Dann gelten sie in den Augen von Leuten aus solchen Kulturen als schmutzig, als Schlampen, als Freiwild.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das ist eine Unterstellung. Außerdem gibt es keine Gleichheit im Unrecht. Die Nationalität oder Ethnie der Täter sollte auch in dieser Situation keine Rolle spielen. Allerdings kann man darüber reden, ob Richtlinie 12.1 des Pressekodex gerade dann die Nennung der Nationalität erlaubt.
Was ist daran eine Unterstellung? Willst Du sagen, dass Du im Umkehrschluss genauso argumentieren würdest? Das glaub ich Dir nicht.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Da die Geschichte von der Neujahrsnacht von Köln verständlich bleibt, wenn man die Nationalitäten entfernt, kann man das Argument nicht einfach umdrehen.
Falsch! Um die Geschehnisse in Köln zu verstehen, muss man die Hintergründe kennen und aufzeigen. Ansonsten vertuscht man wieder etwas. (siehe zwei Zitate weiter oben)

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Was wird denn da relativiert? Und wer behauptet, das sei verkehrt?
Sorry, basti, merkst Du das wirklich nicht, wie Du mit solcher Argumentation relativierst? Wenn man die Hintergründe ausblendet und einfach sagt, das sei "normale" Männergewalt, ist das klare Relativierung.
Ein Historiker, der das so handhaben würde, würde sich selber diskreditieren.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
"für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug" - den Vorgang kann man verstehen, ohne, dass man über die Nationalität oder den Aufenthaltsstatus der Täter Bescheid weiß.
Nein, da widerspreche ich Dir ganz entschieden! Siehe oben.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Die Begründung fällt bei Dir also sehr schmal aus. Es scheint Dir schon auszureichen, dass der Täter Ausländer ist, damit das "für das Verständnis des berichteten Vorgangs einen begründbaren Sachbezug" darstellt. Das kann aber nicht die Bedeutung der Regel sein, denn dann kann sie nicht zur Anwendung kommen. Im übrigen ist es ein Ad-Hoc-Argument.
Quatsch, siehe oben.


Saludos!
__________________
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"
Frank Zappa
Torsten Migge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2016, 11:12   #17
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.678
Standard

(Intention von Einreisenden, ob man erkennen könnte, dass sie Verbrecher wären)
Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
In einigen Fällen kann man das bestimmt feststellen, wenn man nur will, nicht in jedem Fall, das ist klar.
Hmm. Erst einmal bewegen wir uns da auf Gesinnungsurteile hin. Aber Du kannst ja sicherlich ein entsprechendes Verfahren schildern. Nehmen wir einmal an, da ist eine Grenze mit Zaun und Wachposten, und irgendjemand kommt daher und möchte nach Deutschland einreisen. Der Wachposten kann alles tun, was Beamte so dürfen. Wie verhält er sich jetzt so, dass die Einreise eines (Proto?)Kriminellen sicher ausgeschlossen wird, und gleichzeitig die Einreise aller anderen möglich wird?

Zitat:
Naja, wenn jemand sein Kind in einer ausweglosen Situation umbringt, ist der Hintergrund ein anderer, als wenn jemand sein Kind umbringt, weil ihm sein Lebensstil nicht gefällt.
Das ist richtig und wird meines Wissens auch so geurteilt. "Infantizid" z.B. (Mütter ermorden manchmal aus wahrgenommen auswegloser Situation heraus neu geborene Kinder) wird nicht so streng beurteilt wie kulturell verbrämter Mord.

Zitat:
Da prallen nämlich unterschiedliche Kulturen aufeinander.
Wo jetzt? Klar, diesen "Zusammenprall der Kulturen" (vgl. Huntingtons gleichnamigen anschwellenden Bocksgesang) hast Du jetzt in die Situation reindefiniert. Bei einem "Ehrenmord" liegen unterschiedliche kulturelle Hintergründe vor (Familie des Opfers gehört einer anderen Kultur/Ethnie an), bei einem "Familiendrama" eben nicht, da ist die Familie Bestandteil der dominanten Kultur.

Unabhängig davon, wie das mit der Tat in Zusammenhang steht, zeigt sich da doch eben die gemeinte Doppelmoral. Eine Tat soll besonders betrachtet werden, weil der Täter und das Opfer "einer anderen Kultur angehören". Dass das bei Gericht für sich schlicht irrelevant sein muss (gleiches Recht für alle), dass an einer Tat nichts besser oder schlechter wird, nur, weil sie kulturell relativiert werden kann, lasse ich mal dahingestellt. Im Grunde unterstützt es ja nur Deine Position. Es stört eben die Darstellung des reinen Geistes der Doppelmoral.

Außerdem fehlen hier einige Enthymeme. Diese kann ich nur hypothetisch ergänzen:
  1. Das Opfer ist weiblich, die gemeinte Kultur praktiziert mithin Sexismus.
  2. Der Hintergrund ist eine kulturelle Vorstellung, die so bei uns nicht auftaucht und die auch vollkommen unverständlich wäre.
  3. Solche kulturellen Vorstellungen müssen besondere Urteile begründen, da sie eben besondere Beweggründe darstellen.
All das soll jetzt erklären, warum man zu ein- und demselben Vorgang (Mutandis mutandis) abhängig vom "kulturellen Hintergrund" einerseits "Ehrenmord" sagen würde, andererseits "Familiendrama". Weil nämlich, wenn beides vermischt wird, der reine Gedanke des Kulturrelativismus beschmutzt würde. Unabhängig von der Frage, ob man es so halten sollte, kann man die Enthymeme untersuchen.
  1. Ist meistens der Fall, hier jedoch genauso wie anderswo. Das ist Sexismus.
  2. Sind vollkommen überzogene Vorstellungen einer "Ehre", die durch geringfügige Anlässe schon verletzt wird und jeden Gewaltexzess berechtigt, auch in unserer Kultur gängig, wenn auch in anderer konkreter Ausprägung.
  3. Darf der kulturelle Hintergrund allerhöchstens in seinen konkreten Folgen das Urteil beeinflussen. Meinetwegen kann ein Richter bzw. Staatsanwalt "sonstige niedrige Beweggründe" erkennen, wo "Ehre" als Beweggrund anggeben wird.
Gerade 3. ist hochgradig problematisch für die anscheinend vorzunehmende Differenzierung zwischen Kulturen. "Ehrbegriffe" sind überall derselbe Quas, und wenn jemand aus ideologischen Gründen jemand anderen tötet, lebt der im Kopf wohl noch in der Steinzeit. Das dürfte in der Tat eine kulturelle Differenz darstellen, diese jedoch aber zu verwenden, alle Angehörigen der gemeinten Kultur anzugreifen, ist erstens unaufrichtig und zweitens unappetitlich.


Zitat:
Das ist ja das Problem bei Ehrenmorde hier in Europa.
Nein, das ist überall das Problem bei solchen Taten. Wenn sie hier geschehen, nehmen wir es nur als größer wahr, da uns das näher ist. Wer denkt, dass man aus "verletzter Ehre" jemanden umbringen dürfe, kann sich dazu nicht auf seine vermeintlich andere Kultur berufen. Das darf nicht einmal jemand, der sich sonst bewußt als Mitglied dieser Kultur darstellt. Und wenn jemand so handelt, nennen wir das Mord.

Das Problem ist übrigens bei den "Familiendramen" durchaus vergleichbar, worauf ich hinaus wollte: da soll jeweils über irgendwelche kulturellen Vorstellungen ein Verbrechen verständlich gemacht werden - einerseits verharmlost ("das sind wir ja gewohnt"), andererseits als unerwünschter fremder Einfluß dargestellt. Das erklärt die Spannung zwischen den beiden Begriffen.

Zitat:
Und der Bürger auf der Strasse hat ein Recht darauf, das zu erfahren, schliesslich werden Gerichtsurteile "im Namen des Volkes" gesprochen.
Naja, die Gerichtsbarkeit lebt eh noch in der Steinzeit, aber davon abgesehen hast Du Recht. Fragt sich nur, welche Vorstellungen da transportiert werden sollen. Etwa diejenige einer kulturellen Unterwanderung, die unsere eigene Ehre beleidigt, da wir andere Vorstellungen von bestimmten Verhältnissen haben?

Ich spiele da darauf an, dass solche "Ehrbegriffe" ja weit verbreitet sind und auch immer wieder gern hervorgekramt werden, wenn es denn gerade passt. Sie sind aber inhaltsleer, wie man hier deutlich erkennt. Man kann so - je nach Entscheidung des Redners - alles begründen oder gar nichts. Man muss einfach nur sagen: "Dieser Ehrbegriff ist mir fremd, das ist nicht Ehre, wir machen das hier anders" oder "Das ist unsere Ehre, so wollen wir es haben", und schon ist der ganze Beweis geführt. Und das aufgrund einer kulturellen Vorstellung. "Ehre" ist selber eine kulturell überlieferte Vorstellung, die sich immer wieder als hochproblematisch erweist, und die man alleine damit bestätigen kann, dass man sie in irgendeiner Form - etwa damit, dass man einen Vorfall "Ehrenmord" nennt - anerkennt.

Zitat:
Verstehe nicht, was du meint. Wenn ein Richter im Urteilsspruch die besondere Schwere der Schuld hervorhebt, da es sich um Ehrenmord handelt, was ist daran falsch?
Erst einmal nichts, ausser das oben gemeint. Die Frage wäre, ob das bei "Familiendramen" anders gehandhabt wird, oder in welcher Form da begründet wird.

Auf einer anderen Ebene könnte man schon noch von unterschiedlicher Schwere der Schuld reden, wenn man z.B. den Mord an Oury Jalloh mit solchen Vorfällen vergleicht. Damit Du das nicht falsch verstehst: die Schuld wog bei Oury Jalloh meines Erachtens schwerer als bei einem beliebigen Ehrenmord, da die Tätergruppe eine kulturelle Vorstellung als Begründung angab, ihre Pflichten nicht erfüllt hat, gemeinschaftlich gehandelt hat (und das so, dass einzelne, jeweils straflose Handlungen eine Tat ergaben - also mit hohem Organisationsgrad) und niedere Motive hatte. Der Richter wollte all das anders sehen. Was den obigen Vorwurf begründet.

Zitat:
Wo siehst Du da einen persönlichen Angriff?
Meine Ziele und Methoden unterscheiden sich von denen Claudia Roths. Da Du Frau Roths Ziele nicht teilst, versucht Du mit dem Vergleich, darzustellen, wie sehr das der Fall wäre.

Zitat:
Weil der kulturelle Hintergrund nicht von der Hand zu weisen ist. In Köln hat sich das wiederholt, was in Kairo auf dem Tahrir-Platz passierte.
Und? Stellt "kultureller Hintergrund" seit neuestem eine denkbare Begründung für Straftaten dar?

Wobei... ich sehe da schon schemenhaft ein Argument. Wenn jemand denkt, dass er jemanden diskriminieren darf, weil der einer anderen Kultur angehört, darf er natürlich auch nach Herzenslust die gesamte Kultur "kritisieren", behaupten, so dürfe man (wenn man der anderen Kultur angehöre) alle möglichen Straftaten als kulturell begründen ("bei uns macht man das so") usw. - also all das als gängig unterstellen, was man gemeinhin "nicht darf". Was ja überhaupt der Grund war, so zu argumentieren.

Was im übrigen auch überall dasselbe ist. Kaum irgendwo auf der Welt wird der "kulturelle Hintergrund" überhaupt ernsthaft in Betracht gezogen, wo es um Verbrechen geht, und das ist auch gut so. Das würde ja bedeuten, dass es Kulturen gibt, in denen man irgend etwas ernsthaft anders sieht als wir. Dass irgendwo etwas ein Verbrechen ist, was hier keines ist, oder umgekehrt. Dieser Alptraum soll vermieden werden.

Dass es in Deutschland längst eine zweite, ungeschriebene Ebene des Rechts gibt, Betreffs z.B. eben Sexualität, Verbrechen selber (Geldwäsche, Drogenhandel, Sklaverei), Kleidung, Bildung, Grundrechte etc. ist historisch erklärbar, muss allerdings auf Neuankömmlinge und Einbürgerungswillige hochgradig verwirrend wirken.

Zitat:
In archaischen Kulturen gelten Frauen nicht als gleichwertig, schon gar nicht, wenn sie Nachts allein, ohne männliche Begleitung unterwegs sind. Dann gelten sie in den Augen von Leuten aus solchen Kulturen als schmutzig, als Schlampen, als Freiwild.
Und? Was sollte uns das jucken? Also ausser, dass wir diese Vorurteile übernehmen und transportieren, wo wir z.B. einen Mord als aus einem solchen Verständnis heraus begründet darstellen, oder Ignoranz unsere Antwort sein soll?

Sexismus ist überall auf der Welt ein Problem. Und das, was wir jetzt sehen können, ist die Spitze des Eisbergs. Ich fasse mir da an die eigene Nase und frage: was ist an unserer Kultur sexistisch? Du projizierst das Problem auf andere Kulturen und sagst: dies und jenes ist sexistisch. Mag ja sein, aber das Problem wird so nicht gelöst werden.

Zitat:
Zitat:
Zitat:
Das ist aber eine absolute Verallgemeinerung und vor allem eine Relativierung, die ihr, also Frau Roth, basti, Lupo, im Umkehrschluss nie und nimmer akzeptieren würdet! Wenn nämlich bspw. ein brauner Mob von Rechtsradikalen muslimische Frauen sexuell belästigen, begrapschten, den Slip vom Leib reissen, vergewaltigen und beklauen würde. Da würde ein riesen Aufschrei nicht nur durch Deutschland gehen.
Das ist eine Unterstellung.
Was ist daran eine Unterstellung?
Der zitierte Absatz. Bitte hole außerdem das Einverständnis von Frau Roth ein, wenn Du sie in einem solchen Sinne hier auftreten lassen möchtest.

Zitat:
Willst Du sagen, dass Du im Umkehrschluss genauso argumentieren würdest? Das glaub ich Dir nicht.
Hm?

Zitat:
Falsch! Um die Geschehnisse in Köln zu verstehen, muss man die Hintergründe kennen und aufzeigen. Ansonsten vertuscht man wieder etwas. (siehe zwei Zitate weiter oben)
Was haben wir denn dadurch gewonnen, dass wir die Hintergründe kennen? Also ausser, wie ausgeführt, eine Gelegenheit, Vorurteile zu "pflegen"...

Es ist eben keine "Vertuschung", zu zeigen, wie erschreckend "normal" Sexualverbrechen sind. Im Gegenteil. Dadurch hätte sich ein großartiger Effekt ergeben. 7500 Vergewaltigungen im Jahr (plus Dunkelziffer) werden weithin ignoriert ("Vertuscht", "heruntergespielt", "kulturell relativiert"), aber das Schlaglicht wird auf einen bestimmten Fall gerichtet, wo die Täter Ausländer waren.

Zitat:
Sorry, basti, merkst Du das wirklich nicht, wie Du mit solcher Argumentation relativierst?
Ich weiß nicht, was schlimm daran ist, in dieser Situation zu relativieren. Man relativiert auch immer mit der Verwendung der Begriffe "Ehrenmord" und "Familiendrama" - unabhängig von der Kultur der Täter. Ein "Ehrenmord" ist ein ganz besonders schlimmer Mord, ein "Familiendrama" ein irgendwie verständlicher Ausfluß unserer Kultur, der tragischerweise solch eine Form angenommen hat. Statt solche Vorfälle durchweg "Mord" zu nennen, was keine Relativierung wäre - wenn man das anstrebt, wäre das der Weg.

Zitat:
Wenn man die Hintergründe ausblendet und einfach sagt, das sei "normale" Männergewalt, ist das klare Relativierung.
"normal" ist daran gar nichts. Nur, dass "normalerweise" 7500 Fälle im Jahr als "unter ferner liefen" relativiert werden. Das machen die Leute hier so. Ist eben unsere Kultur.

Zitat:
Ein Historiker, der das so handhaben würde, würde sich selber diskreditieren.
Äh, warum denn ausgerechnet ein Historiker? Lass mich mal raten: die Assoziation kam wegen der "Relativierung des Holocaust"?

Möchten wir diese Diskussion als Geschichtswissenschaftliche führen? Ist doch ganz einfach: lass uns alle Morde "Mord" nennen, damit es nicht zu einer Relativierung kommt. Alle Vergewaltigungen, unabhängig vom Kulturkreis der Täter und Opfer "Vergewaltigung". Dann lass uns die Opferzahlen betrachten, und ganz nüchtern zu einem Urteil kommen, ob dieser Staat überhaupt noch die Aufgabe erfüllt, die Bevölkerung vor Unheil zu schützen. Dann hätten wir einen historischen Blick auf die jetzige Situation und könnten die Geschichte als Anleitung verstehen, wie man es anders und besser macht. Das wäre dann sogar politisch.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2016, 06:21   #18
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Torsten Migge
 
Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.136
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
(Intention von Einreisenden, ob man erkennen könnte, dass sie Verbrecher wären)
Hmm. Erst einmal bewegen wir uns da auf Gesinnungsurteile hin. Aber Du kannst ja sicherlich ein entsprechendes Verfahren schildern. Nehmen wir einmal an, da ist eine Grenze mit Zaun und Wachposten, und irgendjemand kommt daher und möchte nach Deutschland einreisen. Der Wachposten kann alles tun, was Beamte so dürfen. Wie verhält er sich jetzt so, dass die Einreise eines (Proto?)Kriminellen sicher ausgeschlossen wird, und gleichzeitig die Einreise aller anderen möglich wird?
Basti, sorry, aber das sind Nebelkerzen! Warum nochmal verschliesst Du Deine Wohnungstür???? Sicherlich nicht, um etwaige Eindringlinge am Eindringen in deine Privatsphäre zu hindern?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Torsten Migge
Da prallen nämlich unterschiedliche Kulturen aufeinander.
Wo jetzt? Klar, diesen "Zusammenprall der Kulturen" (vgl. Huntingtons gleichnamigen anschwellenden Bocksgesang) hast Du jetzt in die Situation reindefiniert.
Nein, da ist nix herein definiert, sondern genau DAS ist das Problem! Das zu leugnen oder zu relativieren, verharmlost das Problem, statt es zu lösen.

Auf Deine weiteren Aussagen hierzu einzugehen, erspare ich mir...

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Torsten Migge
In archaischen Kulturen gelten Frauen nicht als gleichwertig, schon gar nicht, wenn sie Nachts allein, ohne männliche Begleitung unterwegs sind. Dann gelten sie in den Augen von Leuten aus solchen Kulturen als schmutzig, als Schlampen, als Freiwild.
Und? Was sollte uns das jucken? Also ausser, dass wir diese Vorurteile übernehmen und transportieren, wo wir z.B. einen Mord als aus einem solchen Verständnis heraus begründet darstellen, oder Ignoranz unsere Antwort sein soll?

Sexismus ist überall auf der Welt ein Problem. Und das, was wir jetzt sehen können, ist die Spitze des Eisbergs. Ich fasse mir da an die eigene Nase und frage: was ist an unserer Kultur sexistisch? Du projizierst das Problem auf andere Kulturen und sagst: dies und jenes ist sexistisch. Mag ja sein, aber das Problem wird so nicht gelöst werden.
Du verkennst hier m.M.n. einiges, Zb. das eben jene Leute aus archaischen Kulturen nicht nur ihre Kultur mit zu uns nach Europa bringen, die nicht mit unserer Kultur korreliert, sondern dass sie damit auch kulturelle, ethnische, religiöse, rassistische Konflikte aus ihrer Heimatregion zu uns nach Europa tragen und hier weiter ausleben/austragen - das zeigen die Konflikte in den Erstaufnahmeeinrichtungen mehr als deutlich.

Integration ist da gleich Fehlanzeige. Wer das leugnet, lügt sich selber die Taschen voll


Saludos!
__________________
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"
Frank Zappa
Torsten Migge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2016, 10:51   #19
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.678
Standard

Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Basti, sorry, aber das sind Nebelkerzen! Warum nochmal verschliesst Du Deine Wohnungstür???? Sicherlich nicht, um etwaige Eindringlinge am Eindringen in deine Privatsphäre zu hindern?
Erst einmal tue ich das nicht, die kann man von aussen nicht aufmachen, da ist keine Klinke, nur so ein Knauf, und dann selbstverständlich auch, damit niemand meine Plünnen klaut.

Zitat:
Zitat:
Wo jetzt? Klar, diesen "Zusammenprall der Kulturen" (vgl. Huntingtons gleichnamigen anschwellenden Bocksgesang) hast Du jetzt in die Situation reindefiniert.
Nein, da ist nix herein definiert, sondern genau DAS ist das Problem! Das zu leugnen oder zu relativieren, verharmlost das Problem, statt es zu lösen.
Hmm. Da reden wir vielleicht aneinander vorbei. Tatsächlich ist der "Zusammenprall" das Problem, also, dass es nicht ein Tanz ist oder eine Umarmung oder so.

Der Zusammenprall findet doch aber nur in Köpfen statt. Es steht ja jedem frei, eine beliebige Distanz zwischen seiner Kultur und einer anderen zu konstatieren. Strenggenommen kann man für beide Extreme gute Argumente finden:
  1. Werden Elemente der Kultur (Sprache z.B., Musik, Bilder, Sitten, Rituale) sich immer vollkommen voneinander unterscheiden (gemeinsame Genese wie z.B. bei der englischen und der deutschen Sprache ausser Acht gelassen), man kann sie strenggenommen "nicht vergleichen" (d.h. nicht festellen, dies oder das sei mehr oder weniger wert).
  2. Geht es immer um Menschen. Die haben normalerweise zwei Beine mit Füßen unten dran, einen Magen, kuscheln gerne miteinander, müssen niesen, wenn sie Krümel in die Nase bekommen und haben einen anscheinend arttypischen Drang, symbolisch codierte Informationen auszutauschen.
Beide Seiten der Argumentation kann man beliebig weit ausführen. Das heißt wohl, keine stellt die Wahrheit dar.



Es steht Dir ja hier sogar frei, jede Begegnung als Konkurrenzverhältnis zu verstehen. Das versuchst Du ja, wo es um Mitglieder bestimmter anderer Kulturkreise geht. Besonders glücklich scheint Dich das nicht zu machen.


Zitat:
Du verkennst hier m.M.n. einiges, Zb. das eben jene Leute aus archaischen Kulturen nicht nur ihre Kultur mit zu uns nach Europa bringen, die nicht mit unserer Kultur korreliert, sondern dass sie damit auch kulturelle, ethnische, religiöse, rassistische Konflikte aus ihrer Heimatregion zu uns nach Europa tragen und hier weiter ausleben/austragen - das zeigen die Konflikte in den Erstaufnahmeeinrichtungen mehr als deutlich.
s.o.

Da magst Du jetzt also Argumentieren, diejenigen, die hier ankommen, seien gewaltbereite Rassisten, was sie von uns bekanntermaßen deutlich unterscheide. Ich habe den Eindruck, dass es da ein kleines - gewissermaßen logisches - Problem geben könnte.

Jeder darf in der Bundesrepublik Deutschland jede Religion und jede Kultur praktizieren, die ihm einfällt, solange er damit nicht die Rechte anderer einschränkt. Rassistische Gewalt ist hier illegal. Das heißt, auch Flüchtlinge und Einwanderer müssen sich eben an die Gesetze halten, die das bestimmen.

Zitat:
Integration ist da gleich Fehlanzeige. Wer das leugnet, lügt sich selber die Taschen voll
Warum denn jetzt der Ironiesmiley und die Anspielung auf "volle Taschen"? Sollte man die Arbeitskraft von Flüchtlingen und Einwanderern ausbeuten?

Achja, in einer recht interessanten Diskussion neulich kamen wir dazu, dass "rechts" bedeuten würde, dass jemand gegebene Unterschiede zwischen Menschen annimmt, und "links", dass jemand annimmt, dass alle Menschen in einer bestimmten Art und Weise gleich seien. Denkst Du, das kann man so stehen lassen?
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2016, 05:41   #20
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Torsten Migge
 
Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.136
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Da magst Du jetzt also Argumentieren, diejenigen, die hier ankommen, seien gewaltbereite Rassisten, was sie von uns bekanntermaßen deutlich unterscheide.
Nein, keine gewaltbereiten Rassisten, sondern zu Gewalt bereite Chauvinisten. Das ist ein Unterschied ...

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Warum denn jetzt der Ironiesmiley und die Anspielung auf "volle Taschen"?
Das Augenzwinkersmiley sehe ich nicht als Ironiesmiley, sondern als ein Augenzwinkern, das dem Gesprächspartner freundschaftlich symbolisiert, ernster über das von mir gesagte/geschriebene nach zu denken. Möglicher Weise interpretiere ich dieses Smiley anders als Du, und somit möglicher Weise falsch , keine Ahnung...

Und die Anspielung auf volle Taschen ist so 'ne Redensart, kennst Du das nicht? "der quatscht uns die Taschen voll", oder "die lügen uns die Taschen voll", etc.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Achja, in einer recht interessanten Diskussion neulich kamen wir dazu, dass "rechts" bedeuten würde, dass jemand gegebene Unterschiede zwischen Menschen annimmt, und "links", dass jemand annimmt, dass alle Menschen in einer bestimmten Art und Weise gleich seien. Denkst Du, das kann man so stehen lassen?
Ich weiss ja nicht, um was es in der von Dir gemeinten anderen Diskussion ging, somit weiss ich auch nicht, wie das gemeint ist. Im Grunde würde ich das so gelten lassen, allerdings mit Vorbehalt.

Denn: betrachtet man alle Menschen rein biologisch, sind sicher "alle Menschen in einer bestimmten Art und Weise gleich" (Zitat basti). Allerdings werden wir auch, also neben diversen Einflüssen, vor allem durch unsere Umwelt geprägt, also von der Kultur, aber auch von der Religion, in der wir leben, aufwachsen, erzogen werden, etc. (wobei man hier Religion zur Kultur dazu zählen kann/sollte). Insofern, wenn man die kulturelle Entwicklung hinzu zieht, würde ich persönlich eher sagen, dass "alle Menschen in einer bestimmten Art und Weise gleich" sind, es dennoch gegebene Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Kulturen gibt.

Rechte Fanatiker, also Nazis (nach Lupo's von mir geschätzter Definition, siehe hier), sind sicher der Annahme, dass es gegebene Unterschiede zwischen Menschen gibt (also auch biologische = rassistische). Ich würde das aber nicht generell auf "rechts" deuten ...


Saludos!
__________________
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"
Frank Zappa

Geändert von Torsten Migge (19.01.2016 um 06:09 Uhr).
Torsten Migge ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Inneres Auge für Zahlen Zeitungsjunge scienceticker.info 0 07.05.2009 20:11
Zahlen Gandalf Kurioses 3 30.11.2008 15:02
Blei und Kriminalität? basti_79 Rund um Naturwissenschaft 14 30.08.2007 17:24


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:15 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2018 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.