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Alt 17.01.2017, 16:08   #1
basti_79
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Standard Die merkwürdige Nichtigkeit linker Projekte

Also, ich hab mich ja mittlerweile fast an alles gewöhnt. Dass Linke nicht reden können z.B., oder dass sie meistens vollkommen planlos sind, was "technische" (gemeint sind: adminstrativ-technische, nicht IT) Fragen angeht. Auch daran, dass sie zu Papstwahlen tendieren, deren Ergebnisse meistens eher bizarr sind als erhellend (vgl. Wagenknecht).

Dass sich dann aber ein Zentralorgan dieser Szene entblödet, im Jahre 2016, nach 70 Jahren des blutleeren herummuckelns der Linken zwischen Marx und Engels, wörtlich einen "linken Populismus" zu fordern, das überfordert mich momentan ein wenig.

Als Hintergrundinformation: Als "Links" verschriene Parteien (alles links der CDU) lehnen jede Form von Populismus, der nicht von den selbstgewählten Päpsten ausgeht, ab. D.h. der Vorstand darf ausnahmsweise mal populistisch sein, alles andere wird als "Wadenbeißerei" oder "Konkurrenzdruck" verstanden und nach "Prinzip Champignon" eliminiert. Bei der CDU ist es kaum anders, bloß, dass da halt niemand aufmuckt. Dieses Spannungsverhältnis ist fruchtbarer Boden für AfD und FDP. Selber Schuld, ihr Pappnasen!

https://www.jungewelt.de/2017/01-14/064.php
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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Alt 17.01.2017, 19:26   #2
perfidulo
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Ich finde den zitierten Artikel in der Jungen Welt ausgesprochen inhaltsreich und bedenkenswert.
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Alt 17.01.2017, 19:59   #3
basti_79
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Zitat:
Ich finde den zitierten Artikel in der Jungen Welt ausgesprochen inhaltsreich und bedenkenswert.
Ungefähr genauso inhaltsreich und bedenkenswert wie mehrere hundert Festmeter ähnlicher, älterer Ergüsse. Sprachphilosophie, Namedropping, das typisch linke Mißtrauen gegenüber Forschritt, Demokratie und Recht (das hatten wir ja alles schonmal). Es müsse sich schon etwas ändern, aber was genau, wisse man im Augenblick nicht.

Populismus muss nicht mit Ängsten arbeiten, Aufklärung funktioniert auch populistisch (nennt man dann vielleicht "Demagogie") und diese merkwürdig verkitschten Vorstellungen von "Stabilität" haben meiner Meinung nach da erst recht nichts zu suchen. In dem Sinne bin ich also vielleicht "Mixophil" oder vielleicht eher "Neophil". Aber nicht einmal das sollte etwas ausmachen.

Auf mich macht der Artikel den Eindruck, als würde mir eine Jungfrau etwas von Sex erzählen. Reinste Verbalerotik. Ich denke nicht, dass der Autor (im politischen Sinne) jemals etwas anderes gemacht hat, als von Politik zu schreiben. Meiner Meinung nach muss man Politik praktizieren, um zu verstehen, was es damit auf sich hat. Darum rufe ich auch so gerne dazu auf, das zu tun.
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Alt 17.01.2017, 20:12   #4
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Darum rufe ich auch so gerne dazu auf, das zu tun.

Und wo ist da jetzt der Unterschied zu dem Artikel (bzw. dessen Autors)?

Deine Arroganz ist schon manchmal erheiternd
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 17.01.2017, 20:21   #5
perfidulo
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Statt Vermutungen über Autor in die Welt zu setzen einfach mal die Suchmaschine anwerfen

https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Eisenberg

Zitat:
Eisenberg wuchs in Kassel auf. Er legte 1969 sein Abitur an einem dortigen Gymnasium ab. Anschließend studierte er zunächst Jura, dann Politikwissenschaft, Soziologie und psychosomatische Medizin an der Universität Gießen. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und als Lektor in einem kleinen sozialwissenschaftlichen Verlag. 1980 wurde er zum Dr. rer. soc. promoviert (Dissertationsschrift zur Geschichte sozialer Bewegungen). Im Anschluss nahm er jahrelang Lehraufträge an der Giessener Universität und der Fachhochschule Wiesbaden wahr. Im Anschluss an eine Ausbildung zum Familientherapeuten erhielt er eine Stelle beim Psychologischen Dienst der JVA Butzbach, wo er von 1985 bis 2016 als Gefängnispsychologe arbeitete. Er schreibt für die Frankfurter Rundschau, die in Berlin erscheinende Wochenzeitung Der Freitag, die Schweizer Wochenzeitung (WOZ) und die in Gießen erscheinende Zeitschrift psychosozial sowie die NachDenkSeiten[1] und das Online-Magazin Auswege. Perspektiven für den Erziehungsalltag[2]. Im Gefängnis führte er zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Manfred Freisler ein Handballprojekt durch und bemüht sich neben anderen Kulturprojekten um die Durchführung von Theateraufführungen und Lesungen.
Seit den frühen 1970er Jahren schreibt Eisenberg theoretische Texte und Essays, die in der Tradition der Kritischen Theorie (Frankfurter Schule) und des antiautoritären Denkens der Neuen Linken stehen. Er bemüht sich unter Berufung auf Erich Fromm, Klaus Horn und Peter Brückner um eine Vermittlung sozialpsychologischer und soziologischer Ansätze. Als einer der ersten Autoren wandte er sich dem Thema „Amok“ zu. Dabei begnügt er sich nicht mit der Suche nach der individuellen Psychopathologie der Täter, sondern fragt nach den gesellschaftlichen Bedingungen, die solche Taten begünstigen. Laut Eisenberg droht der Amoklauf zur „kriminellen Physiognomie des globalen Zeitalters“ zu werden.[3]
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Alt 18.01.2017, 14:45   #6
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo
Und wo ist da jetzt der Unterschied zu dem Artikel (bzw. dessen Autors)?
Ich mache einen Unterschied zwischen "Politik machen" und "von Politik schreiben".

An RL-Beispielen erläutert:
  • Die Linke macht derzeit Politik, z.B. fordert sie die Abschaffung von HIV
  • Sarah Wagenknecht macht Politik, indem sie die tragenden Konzepte ihrer Partei in Frage stellt und damit Stimmen vom rechten Rand der Gesellschaft abzufischen gedenkt und "R2G" erschwert.
  • Andrej Holm hat versucht, Politik zu machen, damit das nicht passiert, wurde er von einem SPD-Fuzzi abgesägt und ihm wurde gekündigt [1]. Auch das dient natürlich auf der höheren Ebene dazu, "R2G" zu erschweren.
  • Die junge Welt zündet in so einer Situation eine vage linke Nebelkerze, damit Niemand merkt, was für einen Mist Päpste und Traditionsvereine bauen.
  • Da die "verbindende linke Politik" für die Saison 2017-2021 festgelegt ist, kann erstmal alles weitergehen wie bisher.


[1] Fußnote: Das ist schon erstaunlich, was ein paar Wochen Ausbildung bei der Stasi anrichten können, die Karrieren von Filbinger und Schmidt vorausgesetzt.
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Alt 18.01.2017, 14:48   #7
basti_79
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Zitat von FB-Nutzer Fabian Lehr:



Zitat:
Womit man in der BRD politisch durchkommt:
  • Als NSDAP-Mitglied und hochrangiger Beamter des NS-Außenministeriums Bundeskanzler werden (Kurt-Georg Kiesinger)
  • Als an der Invasion der Sowjetunion und insbesondere der Blockade Leningrads mit rund einer Million zivilen Toten beteiligter Panzeroffizier Bundeskanzler und lebendes Staatsheiligtum der BRD werden (Helmut Schmidt)
  • Als SS-Hauptsturmführer und für die Folter und Ermordung von Resistance-Kämpfern zuständiger Gestapo-Chef in Marseille SPD-Bundesvorstand werden (Günter Hellwing)
  • Als SS-Standartenführer Vizepräsident des hessischen Landtages werden (Erich Mix)
  • Als mit der Arisierung tschechischer Unternehmen beschäftigter SS-Offizier Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände werden (Hanns-Martin Schleyer)
  • Als einer der maßgeblichen Zuständigen für die NS-Rassengesetzgebung Staatssekretär im Kanzleramt werden und mit dem Großkreuz des Verdienstordens der BRD ausgezeichnet werden (Hans Globke)
  • Als NSDAP-SA-und SS-Mitglied Bundestags- Landtags- und Europaabgeordneter werden (Mehr Fälle, als man einzeln aufzählen kann)
Womit man in der BRD politisch nicht durchkommt:
  • Ein paar Wochen lang an einer Ausbildung bei der Stasi teilgenommen haben (Andrej Holm)
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Alt 18.01.2017, 17:44   #8
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ich mache einen Unterschied zwischen "Politik machen" und "von Politik schreiben".
Danke, den Unterschied habe ich nicht gemeint.

Ich meinte den Unterschied zwischen deinen politischen posts und dem Artikel
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 18.01.2017, 18:10   #9
basti_79
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Zitat:
Ich meinte den Unterschied zwischen deinen politischen posts und dem Artikel
Also... Meine politischen Posts haben (üblicherweise) die Struktur:
  1. Problembeschreibung
  2. Analyse
  3. Lösungsvorschlag
Für gewöhnlich wähle ich den Lösungsvorschlag so, dass das beschriebene Problem damit (möglichst ohne "Kollateralschäden") gelöst würde. Das hat den großen Vorteil, dass "Wie würdest Du das denn machen?" keine Wirkung zeigen kann. Wer das in solchen Fällen übersieht, leidet wahrscheinlich an einer Trübung des Bewusstseins.


Manche politischen Posts (wie auch dieser hier) sind einfach Kommentar. Sie dienen dazu, einem (unbestimmten) "zufälligen Mitleser" zu erklären, warum ich meine Forderungen wie oben beschrieben zu formulieren pflege. Natürlich ändert sich davon nicht unbedingt etwas, aber was will man schon machen in so einer Situation.
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Alt 18.01.2017, 18:55   #10
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Manche politischen Posts (wie auch dieser hier) sind einfach Kommentar. Sie dienen dazu, einem (unbestimmten) "zufälligen Mitleser" zu erklären, warum ich meine Forderungen wie oben beschrieben zu formulieren pflege. Natürlich ändert sich davon nicht unbedingt etwas, aber was will man schon machen in so einer Situation.

Vielleicht zur Kenntnis nehmen, dass Journalisten für's Artikel schreiben bezahlt werden und nicht dafür Politik zu machen.
Und politische Artikel nicht mit dem Hinweis beiseite wischen, dass es besser ist Politik zu machen, als darüber zu schreiben.
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