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Fake News Vorsätzliche Falschmeldungen, Umgang damit auf politischer und zwischenmenschlicher Ebene

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Alt 08.06.2018, 10:32   #1
basti_79
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Standard Babtschenko

Da hat es eine außergewöhnliche Geschichte um einen russischen Kriegsreporter namens Arkadi Babtschenko gegeben. Babtschenko hat den Kreml (und den russischen Nationalismus) nicht nur in den verschiedenen Wiederholungen "der Ukraine-Krise" kritisiert und wurde deswegen in den letzten Jahren bedroht. Ein ukrainischer Geheimdienst hat letzte Woche einen Mord an ihm vorgetäuscht, angeblich, um diejenigen, die ihm nachstellen, zu finden. Angeblich war das Manöver sogar erfolgreich.

https://www.tagesschau.de/ausland/ba...sland-101.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/e...lebt-1.3996801
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Alt 08.06.2018, 13:15   #2
perfidulo
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Das Interessante daran war nur, wie schnell und eifrig auf die bösen Russen eingedroschen wurde, die vor Mord angeblich nicht zurückschrecken.


Welch ein Zufall vor dem Fussball in Russland.


Um zu vermeiden, dass ich wieder als Putin-Versteher abgestempelt werde.


Anscheinend hat das mit dem Putin-Bashing bei Anne Will nicht so recht geklappt
Zitat:
Edmund Stoiber dreht in Gedanken versunken seinen Ehering und erklärt die WM zum größten Sportereignis des Jahres. Einen Boykott hält der bekennende kalte Krieger von einst für Symbolpolitik. Jede Möglichkeit, mit den Russen zu sprechen, solle genutzt werden. Die Abwesenheit deutscher Politiker löse kein einziges Problem. Ob das auch für die Anwesenheit deutscher Politiker gilt? Wie würde Putin Bundesaußenminister Maas herzen und küssen, wenn die Russen gegen Uruguay gewinnen? Nur was sollte Maas bei diesem Spiel, außer für Uruguay die Daumen zu drücken?
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Alt 08.06.2018, 13:21   #3
Lawrence P. W.
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Diente dieses Manöver nur einem Russland Bashing?
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Alt 08.06.2018, 15:22   #4
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Diente dieses Manöver nur einem Russland Bashing?
Würde ich mal vermuten.
Es sollte auf das Risiko von kritischen Journalisten hingewiesen werden und die Defizite bei Menschenrechten und Meinungsfreiheit.


Aber das ging irgendwie in Deutschland in die Hose. Der alte antikommunistische Beissreflex ist einfach weg. Das gibt es nur noch bei uralten DDR-Bürgerrechtlern, wie bei der Frau von den Grünen zu sehen.
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Alt 08.06.2018, 19:26   #5
basti_79
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Ich betrachte den ganzen Vorgang durch die Brille der Medienwissenschaft. Dabei ist - wie immer - deutlich interessanter, was nicht gesagt wird. z.B. werden weder Deutschland noch Russland systematische Menschenrechtsbrüche vorgeworfen, getreu Chomsky wird das Spektrum der zulässigen Meinungen auf einen äußerst kleinen Bereich (Pro oder Contra Russland, bzw. die russische Regierung) beschränkt. Das einzige, was wichtig ist, sind die Nationalstaaten, und das darf man auch nicht als Nationalismus kritisieren, weil sich ansonsten ja etwas ändern müsse, das wäre der Untergang des Abendlandes, damals wären schon die Steinzeitkommunisten daran gescheitert und überhaupt wäre links und rechts immer und überall schon das Gleiche gewesen, deswegen müsse auch alles weitergehen wie bisher, und endlich, endlich, hat man eine Lichtgestalt gefunden, und ein völlig neuartiges politisches System, und wie immer ist es am wichtigsten, wie man darüber redet...



Schon komisch, wie man ein- und denselben Sachverhalt hier und dort toll finden kann, anderswo "total wirksam kritisieren" und wieder anderswo einfach ignorieren kann. Schon komisch, wie sich nichts daran ändert. Als ob es niemals eine Geschichte gegeben hätte.
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Alt 08.06.2018, 20:17   #6
Lawrence P. W.
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Ich denke, das Bahr Zitat bringt es auf den Punkt, wenn man sich die Geschichte verschiedener Länder betrachtet.
Der Eindruck entsteht, dass Menschenrechte und Freiheit benutzt werden zu manipulieren und eigenes Handeln schönzureden.
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Alt 08.06.2018, 20:41   #7
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ich denke, das Bahr Zitat bringt es auf den Punkt, wenn man sich die Geschichte verschiedener Länder betrachtet.
Klar. Wesentlich ist auch, dass der Leser versteht und nicht etwa hinterfragt, dass Nationalismus gut ist, Solidarität, Vernunft und Gewissen hingegen böse. Bildung im Endstadium eben.

Zitat:
Der Eindruck entsteht, dass Menschenrechte und Freiheit benutzt werden zu manipulieren und eigenes Handeln schönzureden.
Was wäre denn ein etwas positiverer Blick auf den Sinngehalt der Begriffe "Menschenrechte" und "Freiheit"?

Selbstverständlich kann man jeden Begriff zur eigenen Rechtfertigung benutzen, und sogar ins Gegenteil verkehrt verwenden. Wenn sich daraus Manipulation ergibt, sehe ich aber den Rezipienten dafür auch in der Verantwortung. Wer Worten blind folgt, macht sich dem Willen desjenigen, der sie äußert, untertan. Da geht es nicht einmal nur um Befehle und dergleichen, sondern eben auch um Emotionen, "Framing" und andere Manipulationsversuche.

Die gnadenlose Schärfe, mit der die Mathematik und die Naturwissenschaften ihre Objekte untersuchen, gerät einem dort zum Vorteil, wo die Objekte bloße Ideen sind.

Ich werfe ja mitunter der gewählten Zentralregierung vor, Menschenrechte mit Füßen zu treten (u.A. im Zusammenhang mit Schulen und ähnlichen Institutionen und mit Jobcentern). Die meisten Leute antworten darauf mit persönlichen Angriffen. Nur ganz wenige geraten einfach in Panik und fordern die ewige Wiederkunft alles Alten, und zwar unverändert. Kaum zu glauben, dass ich da keine Unterstützung erfahre, sondern dass etwa täglich jemand die alte Leier von den zynisch intendierten Menschenrechten herunterbetet. Als ob irgendjemand jemals daran ein Interesse gehabt hätte, den Glauben in den guten Willen (und die große Menschlichkeit) der Herrscher zu untergraben.
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Alt 08.06.2018, 20:55   #8
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ich betrachte den ganzen Vorgang durch die Brille der Medienwissenschaft. Dabei ist - wie immer - deutlich interessanter, was nicht gesagt wird. z.B. werden weder Deutschland noch Russland systematische Menschenrechtsbrüche vorgeworfen, [...]
Welchen Zusammenhang zwischen Deutschen Menschenrechstbrüchen und dem Babtschenko Fall gibt es denn?
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 11.06.2018, 18:08   #9
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Welchen Zusammenhang zwischen Deutschen Menschenrechstbrüchen und dem Babtschenko Fall gibt es denn?
Der Babtschenko-Fall wird mitunter verwendet, um Berichterstattung über andere, wichtige Themen (u.A. Menschenrechtsbrüche und diktatorische Formen) zu unterbinden. Das erkennt man schon daran, dass "besorgte Bürger" wegen der (denkbaren!) Beteiligung Russlands darauf beharren, man müsse jetzt zuerst ganz dringend über diesen Fall diskutieren, bevor man mit deren Erlaubnis etwa erst einmal die Wahrheit über den 11.9.2001 suchen dürfe, oder irgend etwas anderes...

Das hat strukturelle Ähnlichkeiten zur Skripal-Affäre.
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Alt 11.06.2018, 19:35   #10
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Der Babtschenko-Fall wird mitunter verwendet, um Berichterstattung über andere, wichtige Themen (u.A. Menschenrechtsbrüche und diktatorische Formen) zu unterbinden.
Au weia..... bei "deinen" Themen bist du rhetorisch nicht mehr von einem VTler zu unterscheiden....

Tragisch
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