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Ägypten Wozu dienten die Pyramiden wirklich? Wie alt ist die Sphinx? Woher stammt die Hochkultur Ägyptens?

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Alt 12.09.2009, 22:21   #1
Htor
Jungspund
 
Registriert seit: 05.03.2008
Ort: Saar
Beiträge: 11
Standard Memnon, der klagende Totenwächter

Hallo Freunde,

Jahrtausende lang hat der Nil Oberägypten bei Theben in das Reich der Lebenden und Toten geteilt. Das eine Ufer beim heutigen Luxor ist das Reich der Lebenden und das Westufer dort mit dem Tal der Könige, dem Tal der Königinnen und all den Totentempeln das Reich der Toten. Einen großen Anteil der Einteilung in Reich der Lebenden und Reich der Toten hatte die tägliche Bewegung von Aton, der Sonne.
Einige Jahrzehnte vor Amenophis III ließ Hatschepsut ihren Totentempel in Deir-el Bahari neben dem bestehenden Totentempel des Thutmosis III errichten, später kam auch noch der von Mentuhotep hinzu. Nun wollte auch Pharao Amenophis III seinen eigenen Totentempel erbauen. Er sollte größer und prächtiger werden als alle anderen vorher.
Sein königlicher Baumeister war der Sohn des Hapu. Dieser erbaute seinem Pharao auf einem Areal von 700 x 500 m einen eigenen Totentempel, der dann als "Haus für Millionen Jahre" benannt wurde. Von der Inneneinrichtung dieses Amenophiums ist uns heute nur noch wenig bekannt. Nur der Grundriss ist noch erhalten, denn schon 100 Jahre später verwandte Pharao Merenptah die Steine des Tempels für seien eigenen Totentempel. Jeder Pharao wollte einen eigenen Totentempel haben und Steine waren halt rar. Deshalb wurde keine Rücksicht auf bestehende Bauwerke genommen.
Was uns heute noch erhalten ist, das sind die beiden Memnon-Kolosse davor. Jeder Tourist muss heute auf dem Weg von Luxor ins Tal der Könige daran vorbei. Die beiden monolithischen Figuren von je 18 m Höhe und ca 800 Tonnen Gewicht waren aus einem einzigen Stück Quarzsandstein gefertigt. Als symbolische Wächter zur Nekropole versinnbildlichen sie das Ka, die Seele des Pharao und standen rechts und links vor einem Zeremonientor oder Eingangspylon. Sie stellen den sitzenden Pharao dar mit den Händen auf den Knien, einem Lendenschurz und dem Nemes, einem Kopftuch. Rechts und links unten neben seinen Beinen erkennt man die Gesichtszüge der königlichen Gemahlin Teje und der Mutter Mut-em-muja.
Bereits im Altertum waren die Kolosse vor dem Amonophium eine Toutistenattraktion. Besonders nachdem Alexander der Große sich im Jahre 300 v Chr Ägypten einverleibt hatte, kamen die Griechen zuhauf, um die Wunder Ägyptens zu bestaunen. Von den Griechen bekamen die Kolosse auch den Namen Memnon-Kolosse. Sie wurden verglichen mit dem äthiopischen König Memnon, der damals den Trojanern zu Hilfe kam. Er tötete dabei den Griechen Antilocus, dieser wurde aber dann von Achilles gerächt. Memnon und Antilocus bewachten nun beide das Totenreich.
Im Jahre 27 v Ch gab es in der Gegend von Theben ein Erdbeben und dabei erhielt eine Statue einen Riss vom Kopf abwärts bis zum Rumpf. Seither gab die Statue immer bei Tagesanbruch einen langanhaltenden klagenden Ton von sich. "Memnon, der Sohn der Morgenröte Eos grüßt seine Mutter jeden Morgen", so deutete die Legendenbildung dieses Geräusch. Ursache dafür war das morgendliche Aufkommen der Sonne, welche die Temperatur im Stein erhöhte in Verbindung mit dem Wind.
Jetzt kamen die Griechen angereist, um das Wunder des klagenden Totenwächters zu erleben. Die Griechen Strabo, Pausanias, Filostratus und Tacitus bestaunten den "singenden Stein" und schrieben dann darüber. Später kam dann noch der römische Kaiser Hadrian mit seiner Gattin, um den klagenden Totenwächter Memnon zu erleben.
25 v Chr schrieb der Grieche Strabo über die Totenklage von Memnon: " Auch ich hörte etwa in der ersten Tagesstunde das Geräusch...."
Der morgendliche Klageton erstarb erst über 200 Jahre später, als auf Geheiß des römischen Kaisers Septimus Severus Reparaturarbeiten an der Statue vorgenommen wurden und danach war Ägypten um eine Attraktion ärmer.

http://www.kv5.de/html_german/data_colossi_german.html

VG Htor
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Alt 14.09.2009, 12:36   #2
lars willen
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

bei solchen Statuen gibt es noch etwas anderes zu beachten.ich selber fuhr einmal auf einer landstrasse von Kavala nach Thessaloniki,als wir einen fahrerwechsel machten,stieg ich aus und bei stockdunkler nacht stand ich direkt 2meter vor dem hier
http://www.panoramio.com/photo/11532302
natürlich habe ich keinen schrecken bekommen,aber erstaunt war ich schon,wie auf einmal der löwe direkt vor mir stand.später habe ich erfahren das alexander der grosse solche statuen errichten liess um Perser zu erschrecken,statuen waren nicht immer weiss,früher waren sie angemalt.es ist nach zu vollziehen das die perser auf der anderen flussseite einen löwen gesehen haben und da sie sich auf feindesland befanden,und angesichts der bildung bei der einfachen bevölkerung,hatte das ganze einen ganz anderen effekt als heute.heutzutage haben sich nur die methoden geändert . es ist bei solchen statuen also auch immer diese komponente zu beachten

sozusagen,Propaganda für Analphabeten gemacht.ob nun religiös,politisch,moralisch oder sexuell.
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