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Ökonomie - BWL & VWL Disziplinen, die große Probleme mit der wissenschaftlichen Methode haben. Banken, Geldschöpfung, Inflation, Goldstandard, Banking-Theorie

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Alt 11.07.2018, 08:29   #1
basti_79
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Standard Querfront-Gebrabbel im "Freitag"

Malte Thie studiert VWL in Berlin. Dazu fallen ihm so kluge Sätze ein wie:

Zitat:
Ob ich wirklich etwas über Wirtschaft und ihre Funktionsweisen verstanden habe, scheint der Universität egal zu sein. Kritisches Denken muss in Eigeninitiative abseits der Lehranstalt erworben werden.
Selbstverständlich ist es Volkswirten als Soziologen scheißegal, was mit der Welt um sie herum passiert, solange sie nur ihre Planstellen behalten dürfen. Und selbstverständlich hat die Soziologie in ihren Adhärenten niemals "kritisches Denken" hervorbringen können, und wird das auch noch jahrzehntelang nicht vollbringen können.

Zitat:
Dass diese Glaubenssätze lediglich der vorherrschenden neoklassischen Denkschule entspringen, wird nicht hinterfragt.
Den Seitenhieb auf den Realismus überspringe ich mal - wundert der Kerl sich tatsächlich, dass die Ökonomie-Institute gleichgeschaltet sind? Oder ist das nur eine rhetorische Volte?

Zitat:
Sind meine linke Prägung, mein Umfeld daran schuld, dass ich eigentlich richtige Inhalte als falsch ansehe?
Da musste ich zum ersten Mal lachen. Was an den genannten Inhalten (! - er redet hauptsächlich über die Struktur der Lehre) wäre denn "eigentlich richtig"? Und was wäre "kritisches Denken" anderes als "eigentlich richtige Dinge als falsch ansehen"?

Zitat:
Das Curriculum wird weiterhin von Mathematik-lastigen und neoklassisch voreingenommenen Vorlesungen dominiert.
Was ist denn das Problem mit Mathematik? Und noch einmal: es ist der Zweck von Institutionen wie Universitäten, die jeweils vorherrschenden Glaubenssätze zu wiederholen. Es wäre die Aufgabe der Studierenden, diese zu hinterfragen, zu kritisieren, und ggf. durch neue zu ersetzen.

Dass Ökonomen das nicht leisten können, ist selbstverständlich. Dass sie sich dann darüber zynischerweise auch noch im "Freitag" auslassen, überflüssig.

Witzig: die Ausgabe, in der der Artikel erschien, ist mit "Die Hartz-IV-Betrüger" betitelt - versehen mit einem vollfarbigen Bild von Nahles, Scholz und noch irgendwem...

https://www.freitag.de/autoren/der-f...rtschaftsleere
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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Alt 11.07.2018, 09:08   #2
perfidulo
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Wo sind die beliebten Ausfälle gegen die Verletzung der Grundrechte an gewalttätigen Schulen?
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Alt 11.07.2018, 09:09   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Wo sind die beliebten Ausfälle gegen die Verletzung der Grundrechte an gewalttätigen Schulen?
Fern vom Thema, wo sonst?
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Alt 11.07.2018, 11:30   #4
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Dass Ökonomen das nicht leisten können, ist selbstverständlich.
Das ist nicht selbstverständlich, sie können es leisten.
Die Frage ist, warum es die wenigsten tun.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Dass sie sich dann darüber zynischerweise auch noch im "Freitag" auslassen, überflüssig.
Was ist daran zynisch, wenn jemand beschreibt, wie er von seinem Studienfach enttäuscht ist. Was ist daran Zynisch wenn er seine Erwartungen mit er Realität abgleicht?

Ach ja, und was war daran nun "Querfront-Gebrabbel"?
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 15.07.2018, 13:13   #5
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Das ist nicht selbstverständlich, sie können es [Kritik an Ökonomie und am bestehenden Herrschaftssystem] leisten.
Die Frage ist, warum es die wenigsten tun.
Die ist schon beantwortet. Kritik an Ökonomie oder am Merkel-Regime wird nicht bezahlt. Nicht einmal von den Schläfern der Journaillie. Da muss es schon offene Menschenverachtung sein und Aufruf zur Gewalt, damit man da auch nur ein paar Cent bekommt.

Zitat:
Was ist daran zynisch, wenn jemand beschreibt, wie er von seinem Studienfach enttäuscht ist.
Er ist nicht von seinem Studienfach enttäuscht, sondern von dem Brei, den die Profs abgesondert haben. Dazu kommt noch, dass der Artikel den Eindruck macht, als hätte er es von vornherein darauf abgesehen, kritisches Denken zu unterlassen und sich mit einem affektierten Gähnen von der Wirklichkeit abzuwenden.

Außerdem ist es schon zynisch, nach 1960 überhaupt noch VWL zu studieren. Hätte VWL einen Inhalt gehabt, hätte dieser nach 1960 benutzt worden können. Das gilt bekanntlich für alle Geisterwissenschaften.

Zitat:
Was ist daran Zynisch wenn er seine Erwartungen mit er Realität abgleicht?
Dass er z.B. in dem Artikel Fragen stellt, die er sich offensichtlich nicht getraut hat, seinen Professoren (oder deren Assistenten) zu stellen. Dass geschickt er den Eindruck erweckt, etwas verstanden zu haben, wo er doch gleichzeitig zugibt, überhaupt nichts verstanden zu haben - aber gleichzeitig anscheinend davon ausgeht, dass ihn genau das qualifiziert.

Jetzt muss natürlich für ihn ein paar Jahrzehnte alles weitergehen wie bisher.

Zitat:
Ach ja, und was war daran nun "Querfront-Gebrabbel"?
Erst einmal scheint er nicht zu begreifen, inwiefern "Marktprozesse" auch seine Studienerfahrung, die betreffende Fachhochschule und auch die "Volkswirtschaftslehre" geformt haben - und dann ist derlei Ignoranz ja Teil der Pose der "Freidenker" in der "neuen Friedensbewegung" rund um AfD, FDP, CSU - Leute wie Hans-Werner Unsinn und dergleichen.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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Alt 15.07.2018, 13:46   #6
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Die ist schon beantwortet. Kritik an Ökonomie oder am Merkel-Regime wird nicht bezahlt.
Es wäre so schön, wenn du mal direkt auf eine Frage antworten würdest, ohne deine sinnlose Polemik. (Das hier ist „argumentativ“ auf EL Lobo Niveau)

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Er ist nicht von seinem Studienfach enttäuscht, sondern von dem Brei, den die Profs abgesondert haben.
Okey, das war missverständlich von mir ausgedrückt, aber war dir nicht klar, dass ich genau das meinte?
Wie auch immer, was ist daran zynisch?
Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Dazu kommt noch, dass der Artikel den Eindruck macht, als hätte er es von vornherein darauf abgesehen, kritisches Denken zu unterlassen und sich mit einem affektierten Gähnen von der Wirklichkeit abzuwenden.
Wo wendet er sich von der realität ab?
Ich hatte den Eindruck das Gegenteil ist der Fall (Hinwendung zur Realität)
Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Außerdem ist es schon zynisch, nach 1960 überhaupt noch VWL zu studieren. Hätte VWL einen Inhalt gehabt, hätte dieser nach 1960 benutzt worden können. Das gilt bekanntlich für alle Geisterwissenschaften.
Das ist El Lobo Käse, aber kein Argument.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Erst einmal scheint er nicht zu begreifen, inwiefern "Marktprozesse" auch seine Studienerfahrung, die betreffende Fachhochschule und auch die "Volkswirtschaftslehre" geformt haben - und dann ist derlei Ignoranz ja Teil der Pose der "Freidenker" in der "neuen Friedensbewegung" rund um AfD, FDP, CSU - Leute wie Hans-Werner Unsinn und dergleichen.
Marktprozesse nicht zu verstehen, ist ein Querfront-Gebrabbel-Merkmal?
Und begreift er es nun nicht, oder ist er ignorant?
Ich würde mir von dir wünschen: Mehr Argumente, weniger Polemik
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Alt 22.07.2018, 13:31   #7
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von basti_79
Die [Frage, warum so wenige Menschen Kritik leisten] ist schon beantwortet. Kritik an Ökonomie oder am Merkel-Regime wird nicht bezahlt.
Es wäre so schön, wenn du mal direkt auf eine Frage antworten würdest, ohne deine sinnlose Polemik. (Das hier ist „argumentativ“ auf EL Lobo Niveau)
Das ist vielleicht ein bisschen Scharfzüngig, aber doch verständlich: Wenn irgendjemand Geld dafür ausgeben würde, zu erfahren, was das Problem mit dem Geld ist, gäbe es gar kein Problem.

Zitat:
Zitat:
Er ist nicht von seinem Studienfach enttäuscht, sondern von dem Brei, den die Profs abgesondert haben.
Okey, das war missverständlich von mir ausgedrückt, aber war dir nicht klar, dass ich genau das meinte?
Ja, doch, etwas der Art, dass man ja bei einer Studienfachwahl sozusagen die Katze im Sack kauft, und danach ein paar Jahre das vorgeschriebene Programm durchkauen muss. Oder, dass man nach den paar Jahren blödsinnige Querfront-Artikel in neoliberalen Postillen veröffentlichen kann, weil man ganz genau weiß, welche Zielgruppe man bedient.

So hat man im dritten Reich studiert, aber im Deutschland des Jahres 2018?

Zitat:
Wie auch immer, was ist daran zynisch?
Als nicht-zynisch hätte ich empfunden, hätte er vor seiner Entscheidung, das Studium mit seinem Abschluß an den Nagel zu hängen, z.B. den genannten Professoren kritische Fragen gestellt, oder hätte er eigene Vorstellungen entwickelt, wie man die Misere lösen könnte.

Ich würde sagen, wenn jemand nach einem Semester VWL noch nicht weiß, wie man die "ökonomischen" Probleme unserer Zeit löst, studiert der das falsche. Ich verwende Anführungszeichen, weil es sich in Wirklichkeit um politische Probleme handelt, um fehlgeschlagene Versuche des Ausgleichs zwischen einander widerstrebender Interessen, nicht um ökonomische Probleme im engeren Sinne.

"Es gibt Geld wie Dreck auf der Erde - es haben nur die Falschen" - Heiner Geißler, 2016, nach dem Eintritt in den Altersruhestand.

Zitat:
Ich hatte den Eindruck das Gegenteil ist der Fall (Hinwendung zur Realität)
Nein, das ist nur Bestandteil der Ideologie der Ökonomie, dass die Ökonomie sozusagen die Realität darstellen oder erklären würde. Er erwähnt z.B. nicht, dass Millionen Menschen in Deutschland derzeit in Zwangsarbeit leben. Das würde ich schon als stark verzerrte Weltsicht bezeichnen.

Zitat:
Das ist El Lobo Käse, aber kein Argument.
Das ist sehr wohl ein Argument. Geisteswissenschaftler machen immer wieder den "Zielscheibenfehler". Nachdem es in der Nachkriegszeit mit "Kritik" und "Reformen" nicht so recht funktionieren wollte, hat man sich halt im Laufe der Jahrzehnte darauf verlegt, den Bedarf für Veränderungen wegzuerklären anstatt Dinge zu verändern, die sich nur schwer verändern lassen.

Zitat:
Marktprozesse nicht zu verstehen, ist ein Querfront-Gebrabbel-Merkmal?
Nein, aber wenn jemand nicht begreift, warum der Inhalt seines Studiums so war, wie er eben war, ist das erstmal ignorant, und prädestiniert einen dann offensichtlich auch für Auftritte im Freitag, bei KenFM, für eine Karriere bei den Behörden oder bei der FDP.

Zitat:
Und begreift er es nun nicht, oder ist er ignorant?
Zwischen bösem Willen und Unfähigkeit kann man von außen nur schwer unterscheiden. Vielleicht merkst Du, dass da auch ein Appell von mir drinliegt, dass er doch endlich mal irgend etwas begreifen möge. Mehr wird man ja von ihm nicht verlangen dürfen.
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