:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Politik & Wirtschaft > Politik & Zeitgeschehen > Umwelt und Ökologie

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 18.09.2018, 12:41   #1
perfidulo
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von perfidulo
 
Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.607
Standard Atomkraftwerke, Bahnstrom, E-Loks, Fernwärme

[EDIT basti_79: Wegen OT von hierher kopiert]

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Die Prozesswärme von AKW's wird nur in vernachlässigbarem Maße genutzt.
Das haben die "Ökologen" erfolgreich hintertrieben. Die BASF wollte in mitten in Ludwigshafen ein Atomkraftwerk für ihre prozesswärme nutzen, Notfalls sogar unterirdisch bauen.
In Russland werden ganze Wohnviertel atomar beheizt.
Es blieb, nahme am Hambacher Wald, das Projekt ADAM/EVA für die Auskopplung von Prozesswärme, das leider nie umgesetzt wurde.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ja, das hat aber mit der Bahn nichts zu tun.
Alles hat miteinander zu tun...........

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Die Bahn betreibt übrigens für ihr Stromnetz eigene Kraftwerke, da der Bahnstrom eine andere Frequenz hat.
Frequenzumrichter sind heute wirklich nicht mehr das Problem. Jede E-Lok ist voll davon.

Bei der ganzen Privatisierungsdebatte spielen weder die Stromnetze der Bahn, noch die Kommunikationsinfrastruktur eine Rolle. Das Desaster seinerzeit, die Bahnkommunikation an Private auszulagern, sollte eine Warnung sein.
Heute legt die Bahn eigene Glasfaserkabel und vermietet selbst freie Kapazitäten. Ein löbliches Beispiel die Wertschöpfung zu verbessern. Solche Ideen brauchen wir mehr, statt abgehängte Bahnhöfe ohne Licht.
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2018, 20:38   #2
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 11.092
Standard

Zitat:
Das [Prozesswärmenutzung bei AKWs] haben die "Ökologen" erfolgreich hintertrieben. Die BASF wollte in mitten in Ludwigshafen ein Atomkraftwerk für ihre prozesswärme nutzen, Notfalls sogar unterirdisch bauen.
Kannst du das mal erläutern und belegen?

Bitte auch mal kalkulieren, mitsamt Investitions- und Wartungskosten von Fernwärmeleitungen usw.

Zitat:
In Russland werden ganze Wohnviertel atomar beheizt.
Und in China essen sie Hunde.

Zitat:
Es blieb, nahme am Hambacher Wald, das Projekt ADAM/EVA für die Auskopplung von Prozesswärme, das leider nie umgesetzt wurde.
Zur Lobby dahinter: https://www.zeit.de/1974/13/was-eva-...-heizt-adam-an

Zitat:
Frequenzumrichter sind heute wirklich nicht mehr das Problem. Jede E-Lok ist voll davon.
Das Bahnnetz ist aber für 16 2/3 Hz ausgelegt, und das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass Du es anders haben willst.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2018, 22:33   #3
perfidulo
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von perfidulo
 
Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.607
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das Bahnnetz ist aber für 16 2/3 Hz ausgelegt, und das wird sich auch nicht dadurch ändern, dass Du es anders haben willst.
Es wäre wirklich hilfreich, wenn Du Dich auf die paar Themen beschränken würdest, wo Du Ahnung hast. Die Elektrotechnik scheint nicht dazuzugehören.


Es ist der Lok heute ziemlich egal, was am Fahrdraht anliegt. Stichwort:Frequenzumrichter. Es gibt Loks, die können in Regionen mit verschiedenen Spannungen und Frequenzen fahren. z.B. zwischen D und F. Allein Frankreich hat drei sehr unterschiedliche Systeme.
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2018, 13:19   #4
HaraldL
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.170
Standard

Frankreich hat doch nur 2 Bahnstromsysteme: Einphasenwechselstrom 25 kV und Gleichstrom 1,5 kV.

Bezüglich Abwärmenutzung von Atomkraftwerken: die Abwärme des Atomkraftwerks Stade wurde für die Salzgewinnung genutzt.

Bezüglich Bahnstrom: in der Tat wird in Schweden, Norwegen und den nördlichen Gebieten der neuen Bundesländer die Oberleitung der Bahn über Umformer oder Umrichter aus dem öffentlichen Stromnetz gespeist. Das Bahnstromnetz hat aber auch den Vorteil, daß die Bahn Energie beim günstigsten Lieferanten kaufen kann und dann über das eigene Netz zu den Lokomotiven transportieren kann.

Geändert von HaraldL (19.09.2018 um 13:29 Uhr).
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2018, 16:45   #5
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 11.092
Standard

Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Es ist der Lok heute ziemlich egal, was am Fahrdraht anliegt.
Das entsprechende Stromnetz ist aber eben auf 16 2/3 Hz eingestellt. Und das kann man nicht von heute auf morgen ändern.

Überlegt doch mal: Wenn es so einfach wäre, die Netzfrequenz umzustellen, warum hat man das nicht in Frankreich schon längst gemacht?
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2018, 17:57   #6
perfidulo
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von perfidulo
 
Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.607
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das entsprechende Stromnetz ist aber eben auf 16 2/3 Hz eingestellt. Und das kann man nicht von heute auf morgen ändern. Überlegt doch mal: Wenn es so einfach wäre, die Netzfrequenz umzustellen, warum hat man das nicht in Frankreich schon längst gemacht?
Du bist wirklich penetrant in Deiner Unbelehrbarkeit.
Warum haben sich nicht alle europäischen Bahnen auf eine Frequenz und eine Spannung geeinigt? Weil es seit Jahrzehnten Loks gibt, die damit klarkommen!


Die Welt von Strom und Spannung bei der Bahn ist bunt
http://www.bahnstrom.de/bahnstromsysteme/weltweit.htm


Hier ist ein ausführlicher Betrag mit köstlich verquasten Formulierungen
Zitat:
Der Bahnumformer Hamburg Harburg E2 ist ein rotierender Asynchron- Synchron-Umformer mit Regelung der Drehzahl, der übertragenen Wirkleistung und der Ständerblindleistung der Asynchronmaschine. Der Ständer der Asynchronmaschine ist direkt an das 50 Hz-Drehstromnetz gekoppelt, der Läufer wird durch einen amplituden- und frequenzgeregelten Frequenzumrichter gespeist.
Damit ist eine frequenzelastische Kopplung des 50 Hz-Netzes und des 16 2/3 Hz-Bahnnetzes möglich (maximaler Frequenzunterschied Df = 4,5 %).

Der Frequenzumrichter besteht aus folgenden Hauptkomponenten:
  • Netzstromrichter (mit Thyristor-Ventilen), bestehend aus zwei, elektrisch um 30° phasenverschobenen, parallelgeschalteten Umrichtern (Netzstromrichter als B6.2- Schaltung)
  • Gleichspannungszwischenkreis
  • Maschinenstromrichter (mit GTO-Ventilen)
Darüberhinaus sind als Teile des Schutzkonzeptes ein Zwischenkreis-Kurzschließer (ZKKS) und ein Läuferkreis-Kurzschließer (LKKS) enthalten.
Der Frequenzumrichter wird auf der Drehstromseite über einen Stromrichter-Transformator (D/d0 y11) an das Netz geschaltet.
Im Gleichspannungszwischenkreis befindet sich ein Zwischenkreis-Kondensator, der für die Glättung der Spannung zuständig ist und auch eine kurzzeitige Speicherung von transienten Energieschwankungen ermöglicht. Die Zwischenkreisspannung wird nicht konstant gehalten, sondern abhängig vom Schlupf zwischen 850 V und 1500 V verändert. Dadurch ist eine Reduzierung der Verluste und damit eine Erhöhung des Wirkungsgrades des Umrichters möglich.

Der Maschinenstromrichter besteht aus drei, über Ausgangsdrosseln parallelgeschaltete GTO-Pulswechselrichter. Die parallelgeschalteten Module arbeiten im regulären Umrichterbetrieb als Pulswechselrichter mit einer Taktfrequenz von 200 Hz. Die Ausgangsspannung des Vierquadranten-Wechselrichters hat eine Frequenz zwischen 0 Hz und 2,5 Hz.
Für den Hochlaufvorgang wird der Maschinenstromrichter nicht als Pulswechselrichter mit asynchroner Taktung, sondern in Vollblocktaktung (synchron) betrieben.
Nur wer das versteht, darf mitreden!
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2018, 18:03   #7
perfidulo
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von perfidulo
 
Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.607
Standard

Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Frankreich hat doch nur 2 Bahnstromsysteme: Einphasenwechselstrom 25 kV und Gleichstrom 1,5 kV.
Also ich komme auf drei!
Zitat:

Gleichstrom, 1.5 kV
(u.a. Frankreich, Niederlande)

Gleichstrom, 3 kV
(u.a. Südfrankreich, Italien)

Einphasen-Wechselstrom, 15 kV, 16 2/3 Hz
(u.a. Österreich, Deutschland, Schweiz, Schweden, Norwegen)
Einphasen-Wechselstrom, 25 kV, 50 Hz
(u.a. Frankreich für TGV, Großbritannien, Portugal)
Und oh Wunder: Der TGV fährt durch das deutsche Netz bis Frankfurt am Main. Er würde auch bis Frankfurt (Oder) fahren. Aber in Polen ist mit 3 KV Gleichstrom Schluss?
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!

Geändert von perfidulo (19.09.2018 um 18:07 Uhr).
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2018, 02:34   #8
HaraldL
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.170
Standard

Die 3 kV Gleichstrom wird es in Frankreich nur in Nähe der italienischen Grenze geben. Im Übrigen empfehle ich die Karte http://product.itoworld.com/map/68?l...8.44981&zoom=6
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2018, 05:20   #9
perfidulo
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von perfidulo
 
Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.607
Standard

Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Die 3 kV Gleichstrom wird es in Frankreich nur in Nähe der italienischen Grenze geben.
Das ist doch wurst, wo!
Es sind drei Systeme, oder nicht?
Und der TGV fährt mal mit 50 Hz in Frankreich und einem Drittel davon in Deutschland. Oder wird der Triebkopf an der Grenze ausgetauscht?


Es gibt übrigens auch keinen Lokwechsel beim Eurocity Berlin-Prag und Berlin-Warschau.
Zitat:
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wurde die Zahl der täglichen Züge von sechs auf acht erhöht. Durch den Einsatz von neuen Mehrsystemlokomotiven vom Typ Siemens ES64U4 „Husarz“ ist der Lokwechsel an der Grenze entfallen, was die Fahrzeit um zehn Minuten verkürzte.
Die Probleme sind nicht unbedingt die Spannungen und Frequenzen
Zitat:
In Tschechien standen einer Zulassung die nicht gegen Störströme eingerichteten Gleisfreimeldeanlagen entgegen. Erst nachdem die Hauptstrecken auf Achszähler umgerüstet worden waren, waren die Loks ab 2008 auf der Strecke (Wien–) Břeclav–Prag–Děčín (–Dresden) zugelassen. Die Zulassung für die Slowakei ist aus dem gleichen Grund nicht möglich. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 werden die 1216 vor den EC-Zügen (Graz–Wiener Neustadt–) Wien–Břeclav–Prag (–Berlin) eingesetzt. Ein ursprünglich geplanter Durchlauf bis Dresden wurde dabei jedoch nicht realisiert, in Prag findet ein Lokwechsel statt. Im Fahrplanjahr 2010 erreichte jedoch planmäßig eine ÖBB 1216 mit einem EN-Zugpaar Dresden Hbf.
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2018, 12:19   #10
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 11.092
Standard

Niemand bestreitet, dass die Loks mit unterschiedlichen Spannungen und Frequenzen fahren können. Das Problem mit der Netzfrequenz besteht darin, dass man die gesamte Infrastruktur austauschen müsste, um die Netzfrequenz zu wechseln, in anderen Worten: abreißen und neu aufbauen. Das lohnt sich tatsächlich nur, wenn ein neues Netz aufgebaut wird oder große Teile eines bestehenden Netzes erneuert werden müssten. Zweiteres ist meines Wissens noch nie passiert.

Ich würde vorschlagen, in diesem Thread "Nebennutzungen" von Atomkraftwerken zu diskutieren, also z.B. auch Fernwärme. Dass das ökonomisch sinnvoll ist, würde ich gar nicht bestreiten. Da ist nur wieder die Sache mit der Akzeptanz der Kunden: wenn die Kunden ihre Buden nicht durch Atom-Fernwärme heizen wollen, ist das erst einmal eine politische Entscheidung. Die magst Du nachvollziehen können oder nicht, es ist so.

Man kann ja jetzt - wenn man nicht zufällig in der UdSSR wohnt - einfach wie Stalin hingehen und den Leuten eine Fernwärmeheizung installieren. Vertragsfreiheit und so. Obwohl es natürlich die Atomkraftwerke retten würde. Aber der "Ausstieg vom Ausstieg" wäre dann wieder eine politische Entscheidung.

Es fällt mir auf, dass Du in dieses Thema deutlich mehr Energie steckst (haha), als z.B. in die "Causa Maaßen", in die notwendige Abschaffung der Zwangsarbeit oder in die Beseitigung des Elends in den Systemschulen.

Achja, die Einschränkung auf eine Frequenz nimmt man natürlich ggf. aus ökonomischen Gründen vor. Da kann man dann ein paar Prozent Strom sparen.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
?Fernwärme? für afrikanische Vulkane Zeitungsjunge scienceticker.info 0 26.03.2009 02:12


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:39 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2018 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.