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Alt 12.05.2004, 19:12   #1
HaraldL
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Standard Warum die Baustelle eines Sendemasten exterritoriales Gebiet wurde

Es dürfte wohl bestimmt nicht sehr oft passiert sein, daß man eine Baustelle zum exterritorialien Gebiet erklärt hat. Aber einen derartigen Fall gab es 1978 in Zehlendorf bei Oranienburg in der damaligen DDR.

Am 18.5.1978 durchtrennte ein sowjetischer Düsennjäger vom Typ Mig 21 ein Abspannseil des 351 Meter hohen Antennenmasten des Langwellen-Rundfunksenders Zehlendorf bei Oranienburg. Daraufhin brach der Mast in sich zusammen. Auch das Flugzeug konnte nicht mehr heil landen. Es stürzte 15 Kilometer entfernt auf einem Spargelfeld ab. Die Besatzung konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Esgab keine Personenschäden bei diesem Unfall. Nach diesem Unglück galt es zuerst einmal zu klären, ob zwischen dem Einsturz des Sendemasten und den Absturz des Düsenjägers ein Zusammenhang bestand, denn beides geschah zwar zur gleichen Zeit aber an verschiedenen Orten! Bei der Untersuchung der Trümmer des Sendemasten wurde schließlich ein Aluminiumstück gefunden, welches auf einer Seite grünlich und auf der anderen Seite unlackiert war. Dieses Stückstellte sich als Tragflächenteil der MIG 21 heraus, womit feststand, daß das Flugzeug den Sendemast zum Einsturz brachte. Da in besagtem Gebiet Tiefflugverbot herrscht und sich der Pilot des sowjetischen Flugzeuges nicht an diese gehalten hatte, beschloß die damalige DDR Schadensersatzansprüche an die damalige Sowjetunion zu stellen. In einem Regierungsabkommen zwischen der damaligen DDR und der damaligen UdSSR wurde vereinbart auf Kosten der UdSSR bis zum Oktober 1979 einen neuen Sendemasten in Zehlendorf zu errichten. Hierbei gab es ein "kleines" Problem: die deutschen und die sowjetischen Arbeitsschutzvorschriften wichen stark voneinander ab und bei Einhaltung der deutschen Vorschriften wäre der oben genannte Termin nicht zu halten gewesen. Wie schuf man Abhilfe? Ganz einfach, in dem man für den Zeitraum der Bauarbeiten das Gebiet im Umkreis von 120 Metern um den zu errichtenden Sendemast zum sowjetischen Territorium erklärte! Trotz einiger Probleme (so gab es Verzögerungen beim Bau, nachdem bei einem Eisenbahnunglück einige Mastsegmente zerstört wurden) ging der Wiederaufbau des neuen Sendemasten, der mit einer Höhe von 359,7 Meter seinen Vorgänger sogar um fast 9 Meter überragen sollte, in der veranschlagten Zeit vonstatten. Am 15.8.1979 begann der Probebetrieb der neuen Sendeantenne und am 7.10.1979 ihr regulärer Betrieb.

Quelle:
100 Jahre Funktechnik in Deutschland, Funksendestellen rund um Berlin, Gerd Klawitter, 1997, Wissenschaft & Technik Verlag, Berlin
Seite 105 - Seite 112
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