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Alt 25.03.2017, 15:42   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Das ist richtig beobachtet. Aber ich würde sagen, dass das grundsätzlich nichts mit Justiz und Sprache zu tun hat.
Ich würde es so sagen:

Eine der Aufgaben der Justiz ist es, sprachliche Fragen (wie die hier vorliegende) zu klären. Muss es sein. Diese Tätigkeit ist ein Bestandteil der Tätigkeit "die Gesetze auslegen und auf Einzelfälle anwenden".

Zitat:
Ich würde das eher das "stille-Post-Phänomen" nennen.
Diesen Namen würde ich für ein anderes, aber ähnliches Phänomen verwenden.

"Stille Post" beschreibt bei mir die alltägliche Erfahrung, dass Botschaften mit jeder (nicht technisch abgesicherten) Übertragung verändert werden, so dass dann am Ende eine stark veränderte (möglicherweise völlig ins Gegenteil verkehrte) Botschaft dabei herauskommt.

Hier kamen dann noch folgende Details dazu:
  1. Man kann nicht eigentlich von einem Kommunikationsvorgang sprechen. Zwischen den Präzedenzfällen und dem heutigen Fall sind sicherlich Jahrhunderte vergangen (die USA haben sogenanntes "Richterrecht", während unseres "kodifiziert" ist - besonders deutlich wird das im Strafrecht)
  2. Bei der "stillen Post" fällt auf, dass die Bedeutung einer Botschaft verändert wurde. Hier geht es aber um die Bedeutung von Worten bzw. um den richtigen Kontext für die Wahl bestimmter Worte (was vermutlich sogar dasselbe ist). Man kann unterstellen, dass z.B. mit "tödliche Waffe" auch so ein Fall gemeint gewesen wäre.
  3. Es ging auch nicht um "Lästerei", womit man Dein Beispiel erfassen könnte.
Zitat:
Aber zum Glück kann man unsere Forenregeln auch im richtigen Leben anwenden, mit der einfachen Frage (alternativ zu "Belege?") "Woher weißt du das?"


Tatsächlich. Popper hat den "kritischen Rationalismus" auch nicht als akademische Stilübung betrachtet, sondern geradezu als Lebenseinstellung. Das ist auch die richtige Methode, um solche Situationen aufzulösen oder zu klären.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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