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Alt 24.09.2002, 06:23   #19
Torsten Migge
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Übrigens hatte ich in meinem letztem Posting etwas vergessen zu erläutern, warum das sogenannte Philadelphia Experiment im Jahre 1943 für mich völlig unlogisch erscheint und auch deshalb unglaubwürdig ist:

Und zwar experimentierte die US-Marine (das Militär auch) während des Zweiten Weltkrieges gern an neuen Technologien, um die militärische Abwehr und die Schlagkraft zu verbessern und effizienter gestalten zu können. Allerdings verabschiedete sich die Marine sehr schnell wieder von Forschungen, welche zu keinen Resultaten führten. Sie ließ ganz schnell wieder die Finger von Experimenten, die in absehbarer Zeit keinen Erfolg versprachen und die deshalb unnütz erschienen. Solche Forschung verschob man mindestens bis nach dem Krieg, denn zunächst hatte die praxisorientierte Verbesserung der Waffen Priorität. Und dabei wollte man keine Zeit und finanzielle Mittel mit unkalkulierbaren Experimenten vergeuden.
Das Philadelphia Experiment wäre solch eine unkalkulierbare Vergeudung. Es wäre weder praxisorientiert, noch hätte es irgendeinen militärischen Sinn ergeben, zum Zeitpunkt 1943 ein Schlachtschiff Radarunsichbar machen zu wollen. DENN: die Gegner der USA im Zweiten Weltkrieg, Deutschland und Japan, hatten noch garkein Radar, jedenfalls kein taktisch einsetzbares. Allenfalls landstationierte Radaranlagen kannten die Deutschen, und diese wurden fast ausschließlich zur Erkennung und Aufspührung alliierter Bomber benutzt.
Die Deutschen und die Japaner hatten kein Radar an Bord ihrer Flugzeuge, U-Boote und Schiffe, um den Feind aufzuspühren. Amerikaner und Briten rüsteten fast alle Flugzeuge und Schiffe mit Radar aus. Deshalb hatten ja die deutsche U-Boote ab 1942/43 hohe Verluste bei äusserst geringen eigenen Erfolgen.
Radartaktische Jägerleitung kannten nur die Briten, in der Luftschlacht um England. Die Deutschen hatten zwar ungleich mehr Flugzeuge, aber gegen die vom Boden geleiteten Briten hatten sie ohne Radar keine Chance. Deshalb verloren ja die Deutschen eben jene Luftschlacht um England, wodurch es nie eine deutsche Invasion auf der britischen Insel gegeben hat. Denn Grundvoraussetzung für eine Invasion war die Erringung der Lufthoheit. Als die nicht erreicht werden konnte, kam die Akte "Seelöwe" in's Schubfach, um nie wieder hervor geholt zu werden.

Es wäre also Unsinn und Verschwendung von Potential gewesen, an Abwehrtechniken zu experimentieren gegen Waffen, die der Gegner überhaupt noch nicht hatte! Man hätte solch ein Experiment auf die Zeit nach dem Krieg verschoben.
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