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Alt 18.09.2002, 17:24   #12
Lazarus
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@ Torsten:
Zitat:
Inwiefern ist da Unsichtbarkeit für Magnetminen (technisch) zu verstehen?
Das Bauprinzip der deutschen Magnetminen beruht auf dem Effekt der magnetischen Polarisierung von Schiffshüllen aus Metall.

Der Auslöser der Mine besitzt einen Permanentmagneten, der so ausgerichtet war, dass sein Südpol von einem Metallkörper, dessen Rumpf nördliche Polarität besitzt angezogen wurde und die Mine zündete. (Bildlich soll man sich das so vorzustellen: Alle Schiffe, die auf der nördlichen Hemisphäre der Erde gebaut werden, haben ihren "Nordpol" im Wasser und den "Südpol" am oberen Ende. Schiffe, die in der südlichen Hemisphäre gebaut werden sind genau andersherum gepolt). Schiffe aus südlichen Hemisphäre konnten solche Minen passieren. (Zur magnetischen Polarität von Schiffen fehlen mir aber noch handfeste Daten). Zur Funktionsweise dieser Minen habe ich auch nur eine Website gefunden. 1939 wurde aber die Förster-Sonde entwickelt, die die Veränderung des Erdmagentfeldes durch Metallteile erfassen konnte. Im Zweifelsfall wurde also eher nicht die Polarität der Schiffe gemessen, sondern nur die Magnetfeldänderung und die konnte mit einem entmagnetisierten Schiff unterbunden werden.


Die Idee war jetzt, die Schiffe zu entmagnetisieren und damit "unsichtbar" für deutsche Magnetminen zu machen. Das Prinzip hat sich bis heute nicht geändert und jeder kennt das "Plong-Geräusch, dass sein Monitor beim einschalten macht. Auch hier wird die Bildschirmmaske durch einen starken Strompuls entmagnetisiert (Degaussing).
Bei ersten Experimenten der britischen Marine vergrößerte man das elektromagnetische Feld von Minenräumbooten, so dass die Magnetminen bereits in größerer Entfernung (100 bis 200 Meter) davon entfernt explodierten. Der Materialstresss war aber trotzdem so hoch, dass die Minenräumboote dies nicht lange mitmachten (H.M.S Borde - erster Magnetminenräumer).


Zitat:
Zitat:
Orginal: DarkSunshine
Die USS Eldridge verschwand tatsächlich im St. Elmos-Fire (grüner Nebel) vor der Küste von Philadelphia und tauchte zeitgleich an einem Hafendock in Norfolk, Virginia auf

Zitat:
Original: Torsten Migge
Also das mit dem Zeitgleich ist nicht korrekt. Es gibt lediglich Zeugen, die die Eldridge in Norfolk gesehen haben wollen. Zitierte Website ist da sehr oberflächlich.
Warum wurde die USS Eldrigde eigendlich gerade in Norfolk gesehen? Zufall?
Ein interessanter Punkt ist hierbei, dass die U.S.S. Eldridge laut der Logbücher zu keinem Zeitpunkt in den Naval Yards Philadelphia war. Richtig ist, dass sie sich in Norfolk befand, damit sie dort Munition aufnehmen konnte. Allerdings war die Eldridge nie zeitgleich mit der S.S. Andrew Furuseth in Norfolk, wo der Augenzeuge Carlos Miguel Allende aka Carl M. Allen das plötzliche auftauchen der Eldridge beobachtet haben will.

Einige Webseiten (ich vermeide das Wort "Quelle" sagen aus, dass die Logbücher der Eldridge und der Furuseth über den Zeitraum vom 27.August 1943 bis 1. Dezember 1943 "Auf offizielle Anordnung hin" entfernt wurden. Dennoch befinden sich genaue Aufzeichungen über den jeweiligen Aufenthaltsort beider Schiffe in den Archiven der 10ten Flotte (Modern Military Branch, National Archives and Records Admnistration).

Hier steht folgendes:
U.S.S. Eldridge:
In Dienststellung: 27.8.1943 - New York Navy Yard
Abfahrt von Long Island: 16.9.1943 Richtung Bermuda.
Ab dem 18.9.1943 stationiert in der Näher der Bermuda-Inseln für Trainingszwecke bis zu 15. Oktober.
Verließ die Bermudas am 15. Oktober mit einem Konvoy Richtung New-York, wo dieser am 18.Oktober ankam. Die Eldridge blieb dort bis zum 1. November und ging dann mit einem Konvoy nach Casablanca, wo sie am 22. November ankam. Rückkehr nach New-York am 17. Dezember mit einem weiteren Konvoy. Verließ New York am 31. Dezember mit vier weiteren Schiffen Richtung Norfolk.

- Kein Wort von Philadalphia -


Logbuch SS Andrew Furuseth:
SS Andrew Furuseth verließ Norfolk mit einem Konvoy Richtung Casablanca am 16. August und kam dort am 2. September an.
Abfahrt Casablanca am 19. September und Ankunft Cape Henry (Norfolk) am 4. Oktober. Verließ Norfolk am 25. Oktober in Richtung Oran (Algerien, Mittelmeer) und am dort am 12. November an.
Rückkehr aus Oran am 17. Januar 1944 nach Hampton Roads (Norfolk).

Anhand dieser Daten habe ich Probleme, den Ausführungen eines Mister Allen zu folgen, wie er die Eldridge gesehen haben will.
ganz übel wird es mit den Augenzeugen, die sich an den Vorfall des Philadelphia-Experimentes erst erinnerten, nachdem sie den gleichnamigen Film von John Carpenter gesehen hatten ( Herr Alfred Bielek - nein, nicht Biolek ist so jemand).

Mir scheint da wieder einmal (leider, leider) pure Geldmacherei und Wichtigtuerei am Werk zu sein.
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