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Alt 07.04.2017, 16:07   #10
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Lassen wir mal die Frage beiseite, ob das, um das es da geht wirklich links ist oder nicht.
Naja, die ist aber zentral. Oder darf die CDU jetzt "linksschwenks" machen, wie es ihr gefällt, um sich Mehrheiten zu sichern?

Zitat:
Nur weil die CDU eine Position vertritt, die man als links ansehen könnte, macht es die CDU noch lange nicht 'links'
Naja, wenn die Forderung dann aber Bestand hat, müsste man doch sagen, dass die CDU dauerhaft "ein Stück nach links gerückt" wäre, oder?

Es ging mir hauptsächlich darum, dass ähnliche "Linksschwenks" bei anderen Parteien öfter als Grund hergenommen werden, die "Unwählbarkeit" oder die "Regierungsuntauglichkeit" einer Partei zu behaupten - selbstverständlich permanent, nicht nur bis zur nächsten Wahl. Das ist ähnlich wie mit "Ketzerei". Ein linker Gedankengang (selbst, wenn er nicht einmal wirklich links ist, sondern nur so darstellen kann), der an die Öffentlichkeit tritt, reicht aus, monatelange Öffentlichkeitsarbeit zunichte zu machen.

Zitat:
Ja, so kann man das sagen. Aber eben nicht, die CDU ist jetzt links oder sowas.
Wie kann man denn überhaupt festellen, ob oder wie links eine Partei wäre, oder ein Argument oder eine politische Ideologie? Wie sieht dieses "Fieberthermometer" aus?

Zitat:
Ich kann in dem Text nirgends erkennen, wo der Autor seine Meinung über die politischen Handlungen erkennen lässt.
In der Denotation nicht. Aber das ist doch gerade der Trick. Die CDU regiert einfach vor sich hin, jeder Vorschlag ist im Zweifel ein Versuch, den Staat durch Unterwanderung von Links zu vernichten, und deshalb muss alles weitergehen wie bisher. Nicht einmal mehr die SPD kann man überhaupt als regierungsfähig betrachten! Was stellen die auch für Kandidaten auf!

Zitat:
Bei zwei von deinen vier Vorschlägen ist die CDU immer noch im Agens.
Alle meine Vorschläge aber aber gemein, dass sie die Rolle der CDU schwächen und die der SPD stärken.

Zitat:
Natürlich kann man jeden Text auch mit komplizierten Passiv Konstruktionen formulieren, aber warum sollte man das tun?
Gute Frage. Als Beispiel hier ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung:

Zitat:
Ein Volkstribun spaltet Frankreichs Linke

Jean-Luc Mélenchon könnte den Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl entscheidende Stimmen wegnehmen. Umfragen sehen ihn im Aufwind.
Wohlgemerkt ist Jean-Luc Mélenchon selber ein Linker. D.h. man könnte diesen Artikel so zusammenfassen: "Dieser Linke ist so links, dass er sich schon ins eigene Fleisch schneidet!".

Zitat:
Die SPD hat mit Schulz ein Programm vorgestellt. Darüber wurde sicher in früheren Artikeln (mit der SPD im Agens) berichtet, nun reagiert die CDU darauf und folgerichtig steht die CDU hier im Agens.
Ja, das ist ja auch gar nicht das Hauptproblem. Das ist nur das einzige, das ich erkannt habe, welches man mit den Mitteln der Germanistik darstellen kann. Du scheinst zu erkennen, dass diese besondere Art und Weise der Formulierung jetzt dazu führt, dass die CDU in diesem Artikel die stärkere Rolle hat.

Kannst Du Dir erklären, warum Du gerade auf diesen meinen Beitrag so reagierst?

Zitat:
Zitat:
Meine Aussage ist hier: linke Politik ist mehr, als "den Fokus insgesamt auf die Ärmsten zu legen". Erst einmal fällt da die beschränkte Bandbreite auf: wenn das schon "links" ist, was ist dann die SPD? Und die Linke? Und die KPD? Und die PSG? - als ob es da so eine Art Fieberthermometer gäbe, was zwischen 35 ° (CDU) und 36 ° (SPD) eine "linksheit" anzeigt, und jetzt gerade die CDU 37 ° Fieber hätte, was aber bestimmt bald wieder vorbeigeht. Und dann ist linke Politik ja erstmal emanzipatorisch, kooperativ und pluralistisch, nicht, wie ich hier zu erkennen vermeine, wohltätig und hoheitlich...
Na darüber kann man doch prima diskutieren. Warum nicht gleich im EP so deutlich?
Weil ich da noch gar nicht wusste, dass Du das nicht verstehen würdest oder nicht würdest nachvollziehen können.

Zitat:
Aber ich sehe nicht wirklich, wo der Text diesen Eindruck generiert. In so einem Fall ist es hilfreich einen Satz zu zitieren und sich diesen dann gemeinsam anzusehen.
Teil meiner Aussage ist, dass hier der analytische Ansatz, den Du ja vorschlägst, an der Sache vorbeigeht, und ich lieber den oben aus meiner Perspektive wiedergegebenen emotionalen oder synthetischen Eindruck diskutieren würde.

Es gibt auch keine Grundlage, z.B. zu vermuten, dass Zeitungen oder Journalisten ihre politischen Haltungen nur so verbreiten würden, dass sie einzelne Sätze schreiben, aus denen man diese dann ablesen könnte. Im Gegenteil, ich gehe sogar davon aus, dass man das als platt empfinden würde, als Wahlwerbung eben, und man schon - ganz allgemein - den Anspruch hat, diese müssten irgendwie (z.B. auf die hier untersuchte Art) verschlüsselt werden, damit daraus dann "wirkliche Politik" würde.

Das hat dann den unangenehmen Nebeneffekt, dass dieser "Schlüssel" das Gegenteil von Transparenz schafft. Bei diesem Artikel (bzw. bei der Fassung in der OP) ist es sogar so, dass eine (zwar kleine) Stichprobe von 18- bis 25-jährigen den Text nach mehreren Angeboten entweder immer noch nicht lesen wollte, oder aber, falls er (meist unwillig) gelesen wurde, nicht oder nur teilweise verstanden hat.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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