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Alt 10.10.2008, 16:16   #2
perfidulo
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Zitat von Calligula Beitrag anzeigen
Ich möchte Euch hier ein Buch empfehlen, dass meiner Meinung eines der wichtigsten politischen Bücher der Gegenwart ist.

Hubertus Knabe
"Die Täter sind unter uns" - Über das Schönreden der SED-Diktatur
Propyläen-Verlag
ISBN 978-3-549-07302-5
Knabe ist ein fanatischer Antikommunist, der sich über die taz (Ungarn-Korrespondent) und Evangelische Akademie hochgeschleimt hat. Ich kenne die Familie ganz gut, weil ich mit seinem Bruder in einer WG gelebt habe.


- Der SED ist es gelungen fast das gesamte Parteivermögen, das beträchtlich ist, vor dem Zugriff der BRD zu sichern. Es befindet sich heute im Ausland (Russland, Iran, Schweiz und Südamerika)
Der größte Teil des SED-Vermögens wurde von der Bundesregierung übernommen. Bis auf das Karl-Liebknecht-Haus und ein Ferienheim im Harz wurden alle Immobilien abgenommen. Die PDS mußte seinerzeit gegen die Sperrung ihrer Konten kämpfen, auf denen Mitgliederbeiträge von nach 1990 einbezahlt wurden.....Also definitiv kein SED-Vermögen.
Das Vermögen sollte für die Förderung von Wissenschaft und Kultur eingesetzt werden.

Aus das mit dem geretteten Apparat ist eine glatte Lüge. Die PDS mußte hunderte Mitarbeiter entlassen, was aber nicht ganz leicht war, da nun bundesdeutscher Kündigungsschutz galt (Schutz für Behinderte, langjährige Mitarbeiter usw.). Für ihre Abfindung wurde auch ein Teil des Vermögens eingesetzt. Übrigens hatte die Partei unzählige Hausmeister, Techniker, Fahrer usw. wie das MFS übrigens auch) Die jungen und cleveren wurden entlassen und nicht wenige haben eine Firma gegründet. Als Autohändler waren sie sehr erfolgreich.

Es ist richtig, daß ein kleiner Teil des Vermögens von Erich Honnecker in unauffälligen Reisetaschen nach Chile transferiert wurde. Da gibt es Geschichten, da würden Herrn Knabe die Ohren schlackern.
- Durch geschickte Entschuldigungspolitik ist es der inzwischen in PDS und dann Linkspartei umbenannten SED gelungen die Verbrechen der DDR im öffentlichen Bewusstsein auf die Mauer zu reduzieren. Foltergefängnisse, weiterführung von KZs und die Allgegenwart der Stasi werden von ihr hartnäckig ignoriert und/oder geleugnet
Es finden täglich Führungen im Stasi-Disneyland in Hohenschönhausen statt. Mauertouren werden jedem Berlin-Besucher angeboten. Von gelungener Verdrängung kann keine Rede sein.
In Hohenschönhausen wurden Zellen als "Folterzellen" hergerichtet, die es dort nie gab.
Es wurden auch keine KZs weitergeführt, sondern faschistische Kriegsverbrecher eingelocht.
- Kein Lehrer der DDR musste seinen Posten verlassen. Folge: Im Osten wird das Thema DDR fast ausschließlich verklärend behandelt
Es wurden massenhaft Lehrer entlassen, vor allem ML-Lehrer, was man noch bedauern wird angesichts der Wirtschaftskrise. Aber wie ein Mathe- oder Biologielehrer die DDR verherrlichen soll, bleibt Herrn Knabes Geheimnis.
- Zahlreiche Linksparteinahe Stiftungen fördern die Leugnung der SED-Verbrechen, die in Deutschland nicht unter Strafe steht.
Es gibt genau eine Stiftung (Rosa-Luxemburg-Stiftung), die von Zeit zu Zeit ein wenig zur DDR aus der Sicht von Zeitzeugen und Wissenschaftlern, die nicht im Solde der Bundesregierung stehen, veröffentlicht.
- Überführte SED und Stasi Verbrecher sind nie vor Gericht gebracht worden, ja sitzen heute noch in vielen Regierungen und Parlamenten.
Wenn sie überführt wurden, warum wurden sie nicht angeklagt. Es gab einige Prozesse, aber die endeten überwiegend mit Freisprüchen und geringen Strafen. Aber der mächtige Arm der Stasi reicht bis in deutsche Gerichte.

Oberpeinlich ist die Geschiche mit den angeblichen Auftragsmorden der Stasi. Es gibt NULL Beweis dafür.
- Die öffentliche Behauptung, dass jemand bei der Stasi war, ist bei prominenten Persönlichkeiten fast unmöglich, da die sich mit Hilfe eines Hamburger Richters teilweise fünfstellige Strafen dafür haben aussprechen lassen, obwohl die Beweise eindeutig sind
Vielleicht weil sie nicht so bei der Stasi waren, wie sich der kleine Hubertus das vorstellt. Jeder, der in der DDR irgendwelche Auslandskontakte hatte, wurde routinemäßig befragt: Von einer Behörde des Innenministeriums!
Manche Befragung wurde in einen IM-Vorgang umgemünzt um den Plan zu erfüllen.
Prominentestes Haßobjekt von Knabe und Co ist Gysi, der bisher von jedem Gericht freigesprochen wurde. (ja ja der lange Arm der Stasi) aber viel mehr Politiker, die in Frage kommen, gibt es nicht.
Niemand fragt nach den routinemäßigen Stasikontakten unserer Blockflöten, die in CDU und FDP untergekrochen sind.

Wenn jemand, wie Knabe, haltlose Verleumdungen immer wieder wiederholt, muß man ihn nach bundesdeutschem Recht notfalls mit Strafandrohung bremsen. Das zu entscheiden ist Sache unabhängiger Richter. (Aber der Arm der Stasi.....)

Herr Knabes Demokratieverständnis zeigt sich auch daran, daß er einen Kongress, bei dem ehemalige Stasi-Offiziere als Zeitzeugen aussagen sollte solange diffamiert hat, bis er in Dänemark stattfinden mußte. Die Berichterstattung war ein Musterbeispiel von Lügenpropaganda: Aussagen von Diskussionsteilnehmern aus dem Publikum, also nicht eingeladene Referenten, wurden zu offiziellen Aussagen umgedeutet. Die Veröffentlichung der Vorträge wurde nicht finanziert. Mitarbeitern von Knabes Einrichtung, die eine andere Haltung haben, wurde die Teilnahme verboten.

Die größten Kritiker der Elche.....

Nun gibt es also seine Lügengeschichten in Buchform. Flugs in den Reißwolf damit.
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Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!

Geändert von perfidulo (10.10.2008 um 16:36 Uhr).
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