Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 01.07.2017, 17:12   #17
Charly
Benutzer
 
Registriert seit: 30.06.2017
Beiträge: 94
Standard

meine Genesung verlief schneller als von den Ärzten prophezeit, was der Tatsache geschuldet war, das ich auf meinen Körper immer acht gegeben habe, auch schon vor dem Unfall. Danach war ich mit Familienplanung beschäftigt und Kinder halten einem auf Trapp. Somit sind die ersten 10 Jahre nach meinem Unfall schnell erzählt.

März 2001 = ich sitze hier in diesem Raum am PC und höre ein dumpfes Geräusch, konnte das aber sehr schnell einem Hubschrauber zuordnen.

dann der Gedanke im Kopf "pass auf, das betrifft dich!" (so etwa).

ich sehe den Hubschrauber, eilte zur Küche und sage zu meiner Frau "komm schnell mit nach draußen!"

meine Frau folgte mir und ich zeigte mit den Finger auf den Helikopter und ich sagte "diese Maschine wird abstürzen und alle werden ums Leben kommen!"

meine Frau guckte mich mit einem vielsagenden Blick an, als wenn ich nicht alle Latten am Zaun hätte.

einige Zeit später hörten wir dann in den Nachrichten die Meldung, das auf der Erprobungsstelle in Meppen ein Hubschrauber abgestürzt ist. Der Pilot wurde dabei schwer verletzt, der Rest ist tot. Letztendlich verstarb der Pilot dann auch im Krankenhaus.

::::

nun, ihr könnt euch ja vorstellen wie verdutzt ich über mich selbst war und was meine Frau da gedacht hat kann ich nur erahnen.

aber als ich Tage später gehört habe, das die Besatzung aus drei Mess und Regeltechniker bestand, die nun tot waren, bekam ich eine Gänsehaut.

als Mess und Regeltechniker hätte ich dort vor Jahren anfangen können, denn den Job hat mein Vater für mich arrangiert und nur meinem Bauchgefühl hatte ich zu verdanken, das ich dieses Angebot nicht angenommen hatte. Die Wahrscheinlichkeit wäre groß gewesen, das bei einem anderen Verlauf meiner Bauchentscheidung ich einer der Toten gewesen wäre.

ab da fing ich an zu grübeln nach dem Sinn des Lebens

Geändert von Charly (01.07.2017 um 17:15 Uhr).
Charly ist offline   Mit Zitat antworten