Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 18.04.2018, 17:11   #5
basti_79
Administrator
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.932
Standard

Natürlich greift die Psychiatrie als Institution jetzt, da die Leute langsam herausfinden, was es damit auf sich hat, nach Strohhalmen, und erhöht z.B. die Diagnosequoten:

https://www.heise.de/tp/features/Dia...n-4024470.html

Auch wenn Schleim etwas eiert:

Zitat:
Die Frage lässt sich gar nicht objektiv beantworten, weil eben die Definition dessen, was als psychische Störung gilt und ab welchem Schweregrad man sie diagnostizieren soll, nicht in Stein gemeißelt ist. Dennoch werden die genannten Forschungsergebnisse gerne in gesellschaftspolitischen Diskussionen zitiert, wenn es um die Frage geht, welche Faktoren Menschen psychisch krank machen.
(Wissenschaftler würden die vagen Kriterien durch Valide ersetzen. Die Psychiatrie kann das nicht, da sie an ohnehin schon defekte Institutionen gebunden ist)

Zitat:
Wie gesagt, gibt es hier aber schon aufgrund des Gegenstands keine objektive Wahrheit.
Das ist völliger Stuss, vergleichbar mit totalitären Versuchen, Menschen den freien Willen abzusprechen. Selbstverständlich kann man valide Indikatoren für die seelische Gesundheit eines Menschen finden. Das größte Problem scheint zu sein, dass man auch Faktoren wie "Einkommen" bzw. Armut berücksichtigen müsste, und dass man andere wie strukturelle Gewalt oder vorsätzliche Versuche der seelischen Zerrüttung der Opfer aufgrund von Befangenheit gar nicht erheben kann.

Zitat:
Diese Zahlen verlangen nach einer Interpretation.
Tun sie nicht, jedenfalls nicht für denkende Menschen. Die können ablesen, dass das gesamte System scheiße ist, nicht nur die Psychiatrie.

Zitat:
Bei 3 und 4 gibt es hingegen einen tatsächlich steigenden Bedarf an der Behandlung psychischer Probleme. Dann stellt sich natürlich die Frage, woran das liegt.
An der Tatsache, dass die Behandlung meist weniger grausam ist als der Alltag.

Zitat:
Diese Liste macht deutlich, dass die Theorie und Praxis psychischer Störungen auf einem gesellschaftspolitischen Parkett stattfindet.
Das ist gleich doppelt falsch. Die Theorie wird aufgrund von machtpolitischen Entscheidungen gebildet, und die Praxis ist auch gerade keine "Gesellschaftspolitik", sondern wird stark tabuisiert, damit niemand auf diesen schambesetzten Flecken schaut...

Zitat:
Wurden vor den 1990er Jahren, als die Störung [ADHS] kaum diagnostiziert wurde, die Betroffenen übersehen oder hatten sie damals schlicht weniger Probleme?
Nein, die ökonomischen Rahmenbedingungen haben sich geändert, und auch die Gesellschaftlichen: So ist ADHS heute keine Schande mehr (warum auch, gibt ja Speed für Lau aus der Apotheke?), und es ermöglicht mittlerweile auch, den Druck auf die Betroffenen zu erhöhen.

Das zu übersehen zeugt nicht gerade von intellektueller Kompetenz.

Glücklicherweise springt Bayern ein und macht sich zum "El Dorado" für Psychiater und ihre Unterstützer:

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit...-gesetzentwurf

Die Zukunft der Psychiatrie ist also offensichtlich, noch mehr Geld in noch kürzerer Zeit zu erwirtschaften, und dabei noch größere Schäden anzurichten, um die Patienten möglichst lange zu "halten". Da könnten sich die Pädagogen mal eine Scheibe von abschneiden.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten