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-   -   Große Erdhummel - Killerhummel? (http://forum.grenzwissen.de/showthread.php?t=10851)

Godan 23.03.2009 01:45

Große Erdhummel - Killerhummel?
 
Auf meinem Balkon saß vor ein Paar Tagen eine große Erdhummel, wahrscheinlich eine Königin. Sie hatte, meine ich Übergröße, kann das am Futter liegen? Zum Beispiel: Das die Hummeln enorm durch den Blütennektar von genmanipulierten Pflanzen wachsen.
2. Frage: Ist ein Stich von einer großen Erdhummel besonders gefährlich? Die Erdhummel, die bei mir auf dem Balkon saß hatte einen schwarz gelben Schwanz, wie eine Wespenfliege (Schwebfliege?).
Diese Erdhummel war etwa 4cm lang, 1cm breit und 1cm dick mit einem großen Kopf und brummte sehr laut.
3. Frage: Irgendjemand hat den Begriff Killerhummel im Internet genannt, ist da was dran? :confused:

http://www.digitworx.de/images/img_k...%20Kopie_2.jpg

Tarlanc 23.03.2009 07:00

Zitat:

Zitat von Godan (Beitrag 105287)
Sie hatte, meine ich Übergröße, kann das am Futter liegen? Zum Beispiel: Das die Hummeln enorm durch den Blütennektar von genmanipulierten Pflanzen wachsen.

Es könnte natürlich eine gut ernährte Hummel sein, aber mit genmanipulierten Pflanzen hat das nichts zu tun. Beim Engineering von Pflanzen werden die Merkmale der Pflanze verändert und nicht die Merkmale der Tiere, die davon essen.
Zitat:

Ist ein Stich von einer großen Erdhummel besonders gefährlich? Die Erdhummel, die bei mir auf dem Balkon saß hatte einen schwarz gelben Schwanz, wie eine Wespenfliege (Schwebfliege?).
Der Stich von Hummeln ist nicht weiter gefährlich. Ob er bei grösseren Exemplaren stärker juckt, weiss ich aber nicht. Vielleicht wird der Juckreiz auch nur grossflächiger.
Zitat:

Irgendjemand hat den Begriff Killerhummel im Internet genannt, ist da was dran?
Ja, Killertiere werden gern im Internet genannt :)
Hummeln gehören aber zu den friedlichsten und ungiftigsten Bienen. Eine Honigbiene ist mehr Killerhummel als eine grosse Hummel.

P.S: Gratulation zum Foto. Das ist wirklich gestochen scharf. Gelingt mir selten bei so kleinen Objekten.

Llewellian 23.03.2009 09:45

Nun ja. Für das Foto sollte man vielleicht eher dem Münchener Webseitenbesitzer gratulieren. Er hat das Tierchen auch spasseshalber mit der Fotoüberschrift "Killerhummel" versehen.

http://www.digitworx.de/galerie_tiere2320.html

Was vermutlich den Unterschied ausmacht, ist das viele Leute nur die kleine Ackerhummel kennen und da auch nur die Arbeiter (so um 1 cm gross). So eine Königin einer Gartenhummel kann allerdings schon mal bis zu 2.5 cm lang sein, bei 4 cm Spannweite.

Wikipediabild:

http://upload.wikimedia.org/wikipedi...am_closeup.jpg

Und ja, Königinnen fliegen jetzt. Sie haben durch die Behaarung den Vorteil, schon bei Temperaturen um +6 Grad Celsius fliegen zu können.

PS: Hummelstiche (auch die von der Königin, das macht keinen Unterschied) sind nicht weiter schlimm. Gut das sie ebenso wie Wespen keinen Widerhaken haben (so wie die Bienen) und der Stachel nicht stecken bleibt.

Übrigens: Hummeln (genauso wie Hornissen) beissen viel lieber als zu stechen wenn sie sich bedroht fühlen. Und DAS tut richtig weh. Ohne Gift und ohne Schwellung, aber dafür fehlt ein kleines Stück von dir ;o).

Godan 23.03.2009 10:49

Na gut, dann fehlt nach der nächsten Begegnung ein Stück an mir, aber danke für eure Antworten!

Theoretisch könnte sich also ein Insekt durch das Futter, den Blütennektar verändern. Ähnlich, wie Rinder oder Schweine durch das Kraftfutter. Dadurch würde sich dann eventuell auch das Gift der Hummeln, Hornissen oder Bienen verändern. :confused:

PS: Ich gehe davon aus, dass sich die Natur gegen die Eingriffe des Menschen mehr und mehr wehrt.

Tarlanc 23.03.2009 11:42

Zitat:

Zitat von Godan (Beitrag 105299)
Theoretisch könnte sich also ein Insekt durch das Futter, den Blütennektar verändern. Ähnlich, wie Rinder oder Schweine durch das Kraftfutter. Dadurch würde sich dann eventuell auch das Gift der Hummeln, Hornissen oder Bienen verändern. :confused:

Wie kommst du darauf?
Nutztiere bauen zwar mehr Fleisch auf, wenn sie mit energiereicher Nahrung gefüttert werden und sie bauen einen Teil der Nahrung in ihr Muskelfleisch ein, aber damit hat sich's dann auch (Bis auf Missbildungen bei Mangelernährung).

Das Gift von Bienen und Wespen hat sich aber schon lange nicht mehr verändert. Es ist ziemlich effizient wie es ist und würde keinen Vorteil bringen, wenn es sich verändern würde. Es wird in Giftdrüsen produziert und ist nicht abhängig von der Ernährung (bis auf eine verringerte Menge bei Mangelernährung). Und auch die Grösse von Insekten lässt sich nicht so leicht beeinflussen wie die Muskelmasse von Nutztieren. Die müsste man gezielt züchten, um sie grösser werden zu lassen.

Godan 23.03.2009 12:41

Ich komme darauf, weil zum Beispiel der Blütennektar von gentechnisch verändertem Raps wesentlich mehr Energie haben soll, als der unveränderte. Damit ist also dieser Blütennektar ein starkes Kraftfutter für die Insekten.

Die Insekten stellen sich, so weit ich weiß, auf Umweltveränderungen bzw. Lebensraumveränderungen, wie auch andere Tiere oder Pflanzen, ein. Negative oder positive Einflüsse haben also ihre Wirkung. Veränderungen der Tier - und Planzenwelt müssen nicht unbedingt über jahrmillionen verlaufen. Eingriffe des Menschen können eventuell schnellere Veränderungen verursachen.

Mal eine ganz dumme Frage: Wodurch kommt das Aussterben so vieler Tier - und Planzenarten? Ich würde sagen, durch den Menschen und die Technik.

Tarlanc 23.03.2009 15:35

Zitat:

Zitat von Godan (Beitrag 105307)
Ich komme darauf, weil zum Beispiel der Blütennektar von gentechnisch verändertem Raps wesentlich mehr Energie haben soll, als der unveränderte. Damit ist also dieser Blütennektar ein starkes Kraftfutter für die Insekten.

Nicht der Nektar, sondern die Samen werden auf mehr Energie getrimmt. Und das wird durch eine verstärkte Produktion von Fettsäuren erreicht. Fette in Samen sind aber keine geeignete Nahrungsquelle für Insekten. Diese ernähren sich eher von Pollen, um an Zucker zu kommen.
Und selbst wenn sie die fettreicheren Rapsarten essen würden (verdauen Bienen eigentlich Fette gut??), würden sie deswegen nicht unbedingt grösser, sondern wären einfach schneller satt.
Zitat:

Die Insekten stellen sich, so weit ich weiß, auf Umweltveränderungen bzw. Lebensraumveränderungen, wie auch andere Tiere oder Pflanzen, ein.
Natürlich tun sie das. Der Birkenspanner ist da ein gutes Beispiel. Aber die Produktion von neuen Giften ist nun mal schwieriger als eine kurzfristige Anpassung an andere Nahrungsquellen, neue Feinde oder einen neuen Lebensraum. Dafür müssen die Gitdrüsen modifiziert werden. Das sind mehrere Mutationen, die dafür nötig sind.
Zitat:

Mal eine ganz dumme Frage: Wodurch kommt das Aussterben so vieler Tier - und Planzenarten? Ich würde sagen, durch den Menschen und die Technik.
Das ist nicht unbedingt eine dumme, aber eine zu allgemein gestellte Frage. Das Aussterben der meisten Tierarten fand vor dem Auftreten der ersten Menschen statt und wurde damit nachweislich nicht vom Menschen verursacht.
Die meisten Tierarten, die in den letzten 200 Jahren ausgestorben sind, könnten dieses Schicksal aber den Menschen verdanken. Direkt oder indirekt.
Nur hat das relativ wenig mit Killerhummeln zu tun. Oder entgeht mir da ein Zusammenhang?

Godan 23.03.2009 15:46

Soviel ich weiß, ist die Große Erdhummel sehr stark vom Aussterben bedroht, eventuell nicht nur durch Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft und im Gartenbau. :confused:

Eventuell spielen Klimaveränderungen und die Luftverschmutzung ebenfalls eine sehr große Rolle.

Gerade deshalb bin ich der Ansicht, dass sich die Tiere anpassen und es zu Mutationen kommt, innerhalb von Jahrzehnten.

Zum Beispiel der Schadstoffausstoß von Flugzeugen oder Autos, die dicke Luft, verursacht eventuell negative Veränderungen der Tierwelt.

Llewellian 23.03.2009 16:26

Man kann nicht "willens" mutieren. Die Anpassung bestimmt das ;o)

Godan 23.03.2009 17:01

Zitat:

Zitat von Llewellian (Beitrag 105320)
Man kann nicht "willens" mutieren. Die Anpassung bestimmt das ;o)

Da hast du recht! ;)


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